Kinder mit Behinderungen: 200.000 Euro für Hilfsmittel für NÖ Kindergarten- und Schulalltag

„Im Jahr 2017 wurden in Niederösterreich Geräte und Softwaretools im Wert von mehr als 200.000 Euro für Schul- und Kindergartenkinder mit Behinderungen zur Bewältigung des Kindergarten- und Schulalltags zur Verfügung gestellt“, zieht Bildungs-Landesrätin Barbara Schwarz Bilanz. Dazu zählten etwa fünf Tafellesesysteme, drei Augensteuerungssysteme, drei Sprachsynthesizer und 36 Spezialsoftwarelösungen (Vergrößerungssoftware, Kommunikationsprogramme, etc.) für Kinder, die nur eingeschränkt oder gar nicht sprechen können. 17 neue Funkübertragungsanlagen erleichtern nun die Kommunikation zwischen Pädagoginnen und Kindern mit Höreinschränkungen. Aber auch Therapiestühle, Leuchten, Halterungen oder spezielle Lesepulte wurden bei Bedarf zur Erleichterung des Schul- bzw. Kindergartenalltags zur Verfügung gestellt.

Das Prozedere funktioniert unbürokratisch und rasch: Das NÖ Medienzentrum kauft diese Geräte an und verleiht sie je nach Bedarf an Gemeinden als Schul- und Kindergartenerhalter. (www.noemedia.at/)

Die 100-prozentige Förderung des Landes Niederösterreich für diese Hilfsmittel erleichtert den Schul- und Kindergartenalltag für die Kinder ebenso wie für die Pädagoginnen und Pädagogen und das Betreuungspersonal in den NÖ Pflichtschulen und in den NÖ Landeskindergärten. Im Zusammenspiel von Familien und Bildungs- und Betreuungseinrichtungen ist es das Ziel, jedes Kind an seine größtmögliche Selbstständigkeit heranzuführen und ihnen gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen. Jedes Kind hat das Recht auf eine seinen individuellen Möglichkeiten entsprechende Bildung, damit es beruflich und sozial seinen Platz finden kann.

Quelle: NÖ Landeskorrespondenz, 8.1.2018, Foto: Copyright: NLK Filzwieser

LR Mag.a Barbara Schwarz in einem Kindergarten
LR Mag.a Barbara Schwarz in einem Kindergarten

 

Barrierefreiheit: Alle Türen müssen nun leicht bedienbar sein

Türe
Foto: Tanja Lidke / pixelio.de

Der in Österreich geltende Stand der Technik, um die gebaute Umwelt barrierefrei zu gestalten, ist die ÖNORM B 1600. Sie enthält Planungsgrundsätze für bauliche Maßnahmen, Einrichtungen und Ausstattungen sowie Kennzeichnungen, die notwendig sind, um die unterschiedlichen physischen Möglichkeiten von Menschen berücksichtigen zu können.

Damit soll Menschen mit Behinderungen und auch vorübergehend beeinträchtigten Personen ermöglicht werden, Gebäude und Anlagen weitgehend ohne fremde Hilfe zu benutzen. Außerdem ist es damit einfacher, auch bei einer plötzlich eintretenden Behinderung und im Alter mit nur geringfügigen Adaptierungen in der gewohnten Umgebung zu bleiben.

Die Norm sagt aber ausdrücklich nicht, ob ein Gebäude barrierefrei ausgeführt werden muss – das ist Aufgabe des Gesetzgebers bzw. des Bauherrn -, sondern sie sagt, wie man diese Aufgabe am besten und im Sinne aller Betroffenen löst.

Die zuletzt gültige Ausgabe aus dem Jahr 2013 wurde nun in einem speziellen Kapitel überarbeitet: konkret bei den Bedienkräften von Türen. Die Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten für Wien, Niederösterreich und Burgenland hatte dazu einen entsprechenden Projektantrag bei Austrian Standards eingebracht. Der Vorschlag wurde einem öffentlichen Anhörungsverfahren unterzogen und der Abschnitt 5.1.5 „Türen“ geändert. Kernaussage: „Türen mit und ohne Türschließer müssen im Regelbetrieb leicht bedienbar sein.“ Wie dies erreicht werden kann, beschreibt nun die Neuausgabe, die seit 1. April 2017 vorliegt.

Weitere Informationen: https://www.austrian-standards.at/barrierefrei