Ein Leben ohne Hindernisse muss möglich sein

NÖ Monitoring-Ausschuss tritt für die Rechte von Menschen mit Behinderungen ein

Am 30. Mai 2018 fand in St. Pölten die dritte öffentliche Sitzung des NÖ Monitoring-Ausschusses statt. Der Ausschuss ist eine unabhängige und weisungsfreie Einrichtung. Er überwacht die Einhaltung der Menschenrechte von Menschen mit Behinderungen durch die öffentliche Verwaltung in Niederösterreich. Grundlage seiner Arbeit ist die UN Behindertenrechtskonvention, die in Österreich 2008 in Kraft getreten ist. Das Thema der Sitzung war „Barrierefreiheit im umfassenden Sinn“. Nach zwei Fachreferaten erarbeiteten die rund 110 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Thementischen Vorschläge für den Abbau von Barrieren.

Bundes-Behindertenanwalt nimmt erstmals teil

An der öffentlichen Sitzung nahmen Selbstvertreterinnen und Selbstvertreter, Interessierte und Fachleute teil. Erstmals referierte der Behindertenanwalt des Bundes, Dr. Hansjörg Hofer, vor dem NÖ Monitoringausschuss. Bildung, Beschäftigung, Barrieren und Bewusstseinsbildung waren die Bereiche, die der Anwalt für Gleichstellungsfragen für Menschen mit Behinderung konkret behandelte. So wies er darauf hin, dass „Inklusionsschulen“ statt Sonderschulen nötig wären. Im Bereich „Beschäftigung“ trat Dr. Hofer für eine Umwandlung der „Strafe“ Ausgleichstaxe zu einem Belohnungssystem, zum Beispiel durch eine Reduktion der Lohnnebenkosten, ein. Menschen, die in Werkstätten beschäftigt werden, bekommen nur ein Taschengeld. Wichtig wäre eine wirkliche Entlohnung mit eigenständiger Sozialversicherung.

Zur Forderung nach Barrierefreiheit erinnerte Dr. Hofer daran, dass es dabei nicht nur um räumliche Dimensionen, etwa Rampen statt Stiegen, gehe. Barrierefreiheit erfordert zum Beispiel auch eine leichte Sprache, also leicht verständliche Texte, damit komplizierte Sachverhalte von allen verstanden werden können. Die größte Barriere ortet der Bundesbehindertenanwalt leider noch immer in den Köpfen der Menschen.

Expertin mahnt Selbstbestimmung und Inklusion ohne Hindernisse ein

DDr.in Ursula Naue vom Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien erläuterte in der öffentlichen Sitzung den Artikel 9 der UN Behindertenrechtskonvention. In diesem Artikel wird festgelegt, dass die Menschenrechte für Menschen mit Behinderungen ohne Hindernisse gelten müssen.

Menschen mit Behinderungen müssen die gleichen Möglichkeiten im Leben haben, wie Menschen ohne Behinderungen und ihr Leben selbstbestimmt leben können. Als Beispiel für eine Barriere führt sie auch Vorurteile an, also eine soziale Barriere. Eine Welt ohne Hindernisse helfe allen Menschen, Müttern und Vätern mit Kleinkindern, alten Menschen, Menschen mit Behinderungen.

Thementische zeigten konkrete Vorschläge für Barrierefreiheit auf

In vier Themen-Tischen zu den Bereichen Wohnen, Gesundheits-Versorgung, Information und Kultur- und Freizeitangebote, erarbeiteten die TeilnehmerInnen an der 3. öffentlichen Sitzung des NÖ Monitoring-Ausschusses konkrete Vorschläge für einen Abbau von Hindernissen. An jedem Tisch waren Mitglieder des Monitoring-Ausschusses für die Moderation im Einsatz.

Konkrete Ergebnisse der Themen-Tische waren zum Beispiel die Forderung nach einem optischen Melder für Menschen mit Hörbeeinträchtigungen, Schulungen von Gesundheitspersonal mit und durch SelbstvertreterInnen, verstärkte Kostenübernahme von Gebärdensprach-DolmetscherInnen, mehr Informationen über Ausbildungsmöglichkeiten, leichter bedienbare Fahrkartenautomaten im öffentlichen Verkehr, bessere Information über Barrierefreiheit im Kultur- und Freizeitbereich, Sensibilisierung der BetreiberInnen von Gaststätten und Beherbergungsbetrieben für Barrierefreiheit.

In der anschließenden Diskussion versprach die Vorsitzende des NÖ Monitoring-Ausschusses, Dr.in Christine Rosenbach, dass sich der Ausschuss weiterhin für umfassende Barrierefreiheit einsetzt. Schwerpunkte sind auch weiterhin inklusive Bildung und eine Bauordnung, die Barrierefreiheit vorschreibt. Die Ergebnisse der öffentlichen Sitzung werden jedenfalls in die weitere Arbeit des NÖ Monitoring-Ausschusses einfließen.

Alle Fotos: Xaver Lahmer

Bundes-Behindertenanwalt Dr. Hansjörg Hofer
DDr.in Ursula Naue, Universität Wien
Präsentation der Thementische
Die 3. öffentliche Sitzung fand im großen Saal des Bildungshauses St. Hippolyt in St. Pölten statt.

 

3. öffentliche Sitzung des NÖ Monitoringausschusses am 30. Mai 2018

Ältere Frau und Rollstuhl

Einladung zur 3. öffentlichen Sitzung des NÖ Monitoringausschusses

am Mittwoch, den 30. Mai 2018, 09.00 – 13.00 Uhr
im Bildungshaus St. Hippolyt, Eybnerstraße 5, 3100 St. Pölten

Thema: „Barrierefreiheit im umfassenden Sinn“

Programm:

08.30 Uhr   Einlass

09.00 Uhr   Begrüßung Vorsitzende Dr.in Christine Rosenbach

09.15 Uhr   „Wichtige Anliegen aus Sicht des Bundes-Behindertenanwaltes“
Dr. Hansjörg Hofer, Bundes-Behindertenanwalt

09.45 Uhr   „Artikel 9 der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen: Barrieren (Hindernisse) be-hindern Menschen!“
DDr.in Ursula NAUE, Universität Wien

10.15 Uhr   Bericht NÖ Monitoringausschuss

10.30 Uhr   Pause

10.45 Uhr   Themen-Tische zur Barrierefreiheit

11.45 Uhr   Vorstellung der Ergebnisse der Thementische und   Diskussion

13.00 Uhr   Abschluss

Moderation: Dr.in Sabine Hilbert

Barrierefreiheit:
Die Sitzung ist barrierefrei zugänglich.
Es gibt eine Übersetzung in Gebärdensprache.
Eine Induktionsanlage ist vorhanden.

Anreise/Parken
Das Bildungshaus befindet sich in unmittelbarer Nähe (ca. 5 – 10 Gehminuten) des St. Pöltner Hauptbahnhofs.
Während des Aufenthalts im Bildungshaus steht die hauseigene Tiefgarage mit 115 Stellplätzen (davon zwei behindertengerechte Parkplätze) zur Verfügung. Die Einfahrt liegt direkt neben dem Haupteingang in der Eybnerstraße. Eine Ausfahrt kostet, unabhängig von der Parkdauer, € 1,50.

Achtung – bitte anmelden!

Da die Zahl der Sitzplätze beschränkt ist, ist eine Anmeldung erforderlich.
Die Anmeldungen werden nach dem Datum ihres Einlangens gereiht.

Daher bitte möglichst rasch, bis spätestens 23. Mai 2018
mit dem Anmeldeformular anmelden. Link zum Anmeldeformular!
Die Anmeldung ist per E-Mail, Fax oder Post möglich.

Dr.in Christine Rosenbach
Vorsitzende des NÖ Monitoringausschusses

 

NÖ Monitoringausschuss
Tor zum Landhaus, Rennbahnstraße 29, Stiege B
3109 St. Pölten
Tel.: 02742/9005 16212 od. 16217
E-Mail: POST.GBB@noel.gv.at 
www.noe.gv.at/monitoringausschuss

Öffentliche Sitzung des NÖ Monitoringausschusses war ein großer Erfolg

ExpertInnen und SelbstvertreterInnen diskutierten über Inklusive Bildung in Niederösterreich

2. öffentliche Sitzung des NÖ Monitoringausschusses am 6. Dezember 2016
2. öffentliche Sitzung des NÖ Monitoringausschusses am 6. Dezember 2016

Bei der zweiten öffentlichen Sitzung des NÖ Monitoringausschusses am 6. Dezember in St. Pölten diskutierten rund 100 Expertinnen und Experten sowie  Selbstvertreterinnen und Selbstvertreter über Inklusive Bildung in Niederösterreich. Dr. Christine Rosenbach, die Vorsitzende des Monitoringausschusses, freute sich auch über die Teilnahme von Sozial- und Bildungs-Landesrätin Mag. Barbara Schwarz und Mag. Johann Heuras, Amtsführender Präsident des Landesschulrates für Niederösterreich.

Direktor Alfred Waldherr von der Europaschule (NMS) Wiener Neustadt und Direktorin Andrea Strohmayer von der Volksschule/Neuen Mittelschule Rappottenstein berichteten über Erfahrungen und Erfolge der inklusiven Schule aus ihren Bildungseinrichtungen. Über die theoretischen Voraussetzungen referierte Dr. Maria-Luise Braunsteiner von der Pädagogischen Hochschule Niederösterreich. Sie betonte, dass die inklusive Schule das Kind als Ausgangspunkt seines Lernens sehe. Jedes Kind lernt auf seinem individuell aktuellen und nächsten Entwicklungsniveau. Die Schule müsse sich den Kindern anpassen und nicht umgekehrt. Die inklusive Schule bietet verlässliche Strukturen für das gemeinsame Lernen aller Schülerinnen und Schüler.

Anschließend brachten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Erfahrungen zur inklusiven Bildung bei fünf „Themen-Tischen“ ein. Dabei wurden u. a. gelungene Projekte aus Niederösterreich vorgestellt sowie der Zusammenhang von Inklusion, Vielfalt und Leistung erläutert.

Anlass der öffentlichen Sitzung ist die UN-Behindertenrechts-Konvention, die besagt, dass Menschen mit Behinderungen ein Recht auf inklusive Bildung haben. Der NÖ Monitoringausschuss ist eine unabhängige und weisungsfreie Einrichtung. Er überwacht die Einhaltung der Menschenrechte von Menschen mit Behinderungen durch die öffentliche Verwaltung für den Bereich der NÖ Landeskompetenz. Der NÖ Monitoringausschuss hat inklusive Bildung wegen seiner Wichtigkeit gewählt und wird 2017 eine Empfehlung dazu formulieren.

Gruppenfoto Mitglieder und Ersatzmitglieder des NÖ Monitoringausschusses
Die Mitglieder und Ersatzmitglieder des NÖ Monitoringausschusses.

In Kürze werden die Unterlagen der Sitzung unter http://www.noe.gv.at/monitoringausschuss zum Download bereit gestellt.

Thementische unter reger Beteiligung von SelbstvertreterInnen und ExpertInnen.
Thementische unter reger Beteiligung von SelbstvertreterInnen und ExpertInnen.
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Thementische unter reger Beteiligung von SelbstvertreterInnen und ExpertInnen.
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Thementische unter reger Beteiligung von SelbstvertreterInnen und ExpertInnen.
Die Ergebnisse der Thementische werden allen Teilnehmerinnen präsentiert.
Die Ergebnisse der Thementische werden allen TeilnehmerInnen präsentiert.

Recht auf Bildung – Umsetzung der Inklusiven Bildung in Niederösterreich

2. öffentliche Sitzung des NÖ Monitoring-Ausschusses am 6. Dezember in St. Pölten

„Die UN-Behindertenrechts-Konvention besagt, dass Menschen mit Behinderungen ein Recht auf Bildung haben. Die zweite öffentliche Sitzung des NÖ Monitoring-Ausschusses wird sich mit dem Stand der Umsetzung der Inklusiven Bildung in Niederösterreich beschäftigen“, kündigt Dr. Christine Rosenbach, Vorsitzende des NÖ Monitoring Ausschusses, an. Die Sitzung findet am 6. Dezember in St. Pölten statt.

Von rund 111.000 Schülerinnen und Schülern in öffentlichen allgemeinbildenden Pflichtschulen in Niederösterreich haben etwa 5,6 Prozent einen sonderpädagogischen Förderbedarf. Fast die Hälfte von ihnen besucht derzeit Sonderschulen.

Bei der Sitzung werden aus zwei Schulen praktische Erfahrungen mit integrativem bzw. inklusivem Unterricht geschildert: Direktor Alfred Waldherr von der Europaschule (NMS) Wiener Neustadt und Direktorin Andrea Strohmayer von der Volksschule/Neuen Mittelschule Rappottenstein berichten aus ihren Bildungseinrichtungen. Über die theoretischen Voraussetzungen einer inklusiven Schule wird Dr. Marie-Luise Braunsteiner von der Pädagogischen Hochschule NÖ referieren. Anschließend können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Erfahrungen zur inklusiven Bildung bei sogenannten „Themen-Tischen“ einbringen. Ebenso wird die Bildungs-Landesrätin Mag. Barbara Schwarz erwartet.

Der NÖ Monitoring-Ausschuss ist eine unabhängige und weisungsfreie Einrichtung. Er überwacht die Einhaltung der Menschenrechte von Menschen mit Behinderungen durch die öffentliche Verwaltung für den Bereich der NÖ Landeskompetenz. Für die Teilnahme an der öffentlichen Sitzung am 6. Dezember ist eine Anmeldung unter www.noe.gv.at/monitoringausschuss notwendig.

1. öffentliche Sitzung des NÖ Monitoringausschusses 2.12.2015

Diese Seite gibt es auch in einer  Leichter-Lesen Version (Link zu einem pdf).

Am 2. Dezember 2015 fand die erste öffentliche Sitzung des NÖ Monitoringausschusses im Forum der NÖ Versicherung in St. Pölten statt.

Die erste öffentliche Sitzung stand unter dem Motto Inklusiv leben“.

Der NÖ Monitoringausschuss ist eine unabhängige und weisungsfreie Einrichtung. Der Ausschuss überwacht und fördert die Umsetzung der UN-Konvention für die Rechte von Menschen mit Behinderungen in Niederösterreich. Er besteht aus 14 Fachleuten, die aus den Bereichen der Selbstvertreterinnen und Selbstvertreter, von diversen Organisationen und aus der Wissenschaft kommen.

Gruppenbild der Mitglieder des NÖ MTA sowie Landesrätin Mag.a Barbara Schwarz
Die Mitglieder des NÖ Monitoringausschusses sowie Landesrätin Mag.a Barbara Schwarz

Die Vorsitzende des NÖ Monitoringausschusses, Dr.in Christine Rosenbach, konnte rund 130 Gäste begrüßen. Darunter war auch die zuständige Soziallandesrätin Mag.a Barbara Schwarz, sowie viele Selbstvertreterinnen und Selbstvertreter. Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Organisationen für Menschen mit Behinderungen waren ebenfalls anwesend.

Die COMBO INKLUSIV begrüßte die Gäste musikalisch
Die COMBO INKLUSIV

Die „COMBO INKLUSIV“ begrüßte die Gäste musikalisch. Diese Musikband aus dem Bezirk Korneuburg steht unter der Leitung von Johannes Hofer. In dieser Band musizieren gemeinsam Menschen mit Behinderung und Menschen ohne Behinderung.

Drei Personen mit und ohne Behinderung moderierten die Sitzung und begleiteten gemeinsam durch den Vormittag – Frau Dr.in Sabine Hilbert, Herr Josef Heinz und Herr Ronny Pfennigbauer.

In Beiträgen wurden die Aufgaben und der erste Bericht des NÖ Monitoringausschusses 2014 präsentiert.

Alle 14 Mitglieder des Ausschusses stellten sich in Form von Interviews mit ihren Zielen und Schwerpunkten vor. Ihre Ausführungen zeigten ihre umfassende fachliche und persönliche Kompetenz.

Herr Andreas Nastl beschrieb im Impulsvortrag auf ernste und gleichzeitig auch sehr launige Weise sein inklusives Leben. Er ist Landesbediensteter, Stadtrat in Langenlois und engagierter Autor. Frau Sandra Hermann organisierte und betreute den Büchertisch mit seinen Büchern. Anschließend wurden fünf Inklusions-Projekte aus Niederösterreich in Form von „Blitzlichtern“ (kurzen Beiträgen) vorgestellt:

  • IST-Mobil aus dem Bezirk Korneuburg (ein besonderer Fahrtendienst)
  • MIA – Med-Inklusions-Ambulanz im Landesklinikum Melk für Menschen mit Lernschwierigkeiten
  • Projekt EX-IN: Psychiatrieerfahrene als „ExpertInnen durch Erfahrung“
  • Verein 0>Handicap: Erfahrungen mit erfolgreicher Inklusion am Arbeitsmarkt
  • Aktion des Club 81: Begehungen zur Barrierefreiheit in St.PöltenEin wichtiger Teil der öffentlichen Sitzung war die abschließende Diskussions- und Anfragerunde. Zahlreiche Wortmeldungen aus dem Publikum zeigten das starke Interesse. Die angesprochenen Themen werden in der zukünftigen Arbeit des NÖ Monitoringausschusses berücksichtigt.

Weitere Informationen über diese öffentliche Sitzung (Folien, Informationsblätter der Blitzlichter, eine Zusammenfassung der Anregungen aus dem Publikum) sind auf der Homepage des NÖ Monitoringausschusses abrufbar (http://www.noe.gv.at/monitoringausschuss).

Ein wichtiger Teil der öffentlichen Sitzung war die abschließende Diskussions- und Anfragerunde. Zahlreiche Wortmeldungen aus dem Publikum zeigten das starke Interesse. Die angesprochenen Themen werden in der zukünftigen Arbeit des NÖ Monitoringausschusses berücksichtigt.