NÖ Landesausstellung 2019 in Wiener Neustadt ist barrierefrei – baulich und inhaltlich

NÖ Landesausstellung 2019 "Welt in Bewegung"

Die NÖ Landesausstellungen haben sich schon früh um eine inklusive und barrierefreie Gestaltung verdient gemacht. Dabei geht es aber nicht nur um die bauliche Barrierefreiheit, die es ermöglicht, auch mit einem Rollstuhl alle Teile der Ausstellung zu erreichen. Ebenso soll die Präsentation der Inhalte für alle Besucher und Besucherinnen barrierefrei sein. Konkret bedeutet dies Gebärdensprachvideos, Leichter-Lesen-Texte und taktile sowie akustische Stationen. Alle barrierefreien Informationen sind mit einem Symbol gekennzeichnet. Ein einfaches Foto mit dem Smartphone auf den QR Code erleichtert den Zugang zu den Informationen.

Die NÖ Landesausstellung 2019 „Welt in Bewegung“ in Wiener Neustadt setzt dieses inklusive Design fort und bietet einen barrierefreien Zugang für Menschen mit Behinderungen. Nachfolgend ein paar Fotos mit Beispielen der gelungenen Umsetzung:

(Alle Fotos: NÖ Landesausstellung 2019, Klaus Pichler / kpic.at)

Taktiles Modell von der Platte des Friedrichsgrabs aus dem Stephansdom
Taktiles Modell von der Platte des Friedrichsgrabs aus dem Stephansdom
Taktiles Modell von Maximilian I. mit einem QR Code für einen akustischen Text über das Smartphone
Taktiles Modell von Maximilian I. mit einem QR Code für einen akustischen Text über das Smartphone
Reliefmodell der Region in den Kasematten: hier kann man die Geografie bzw. die Höhenunterschiede ertasten.
Reliefmodell der Region in den Kasematten: hier kann man die Geografie bzw. die Höhenunterschiede ertasten.
Der Plan der Kasematten (Ausstellungsort) ist ebenfalls taktil ertastbar
Der Plan der Kasematten (Ausstellungsort) ist ebenfalls taktil ertastbar
Verschiedene Objekte in blau sind Nachbildungen zum Ertasten
Verschiedene Objekte in blau sind Nachbildungen zum Ertasten

 

AMS NÖ unterstützt Berufseinstieg für Jobsuchende mit Behinderung

Beratungsgespräch eines blinden Menschen beim AMS

Das Arbeitsmarktservice (AMS) NÖ hat sich für das Jahr 2019 ein ehrgeiziges Ziel gesetzt. Bis Jahresende sollen 1.415 niederösterreichische Jobsuchende, bei denen eine Behinderung den Wiedereinstieg ins Erwerbsleben erschwert, nachhaltig in den Arbeitsmarkt integriert werden. Beihilfen zu den Lohnkosten sollen Betroffenen und zukünftigen ArbeitgeberInnen den Einstieg erleichtern. 4,3 Millionen Euro an Einstellbeihilfen stellt das AMS NÖ für diese Zielgruppe im Jahr 2019 zur Verfügung. Für etwa 700 Personen werden auf diese Weise ein Jahr lang 30% der jeweils anfallenden Lohnkosten gefördert.

Neben der finanziellen Unterstützung werden auch ArbeitsassistentInnen aus dem NEBA-Netzwerk des Sozialministeriumservice (SMS) eingesetzt, um eine nachhaltige Integration im Betrieb und am konkreten Arbeitsplatz zu gewährleisten. Die ArbeitsassistentInnen halten von Beginn an mit allen Beteiligten – Betroffene und DienstgeberInnen – Kontakt und unterstützen beim Einstieg, begleiten beim Arbeitsalltag, suchen bei Krisen eine Lösung oder koordinieren den Kontakt zu Behörden oder anderen fördernden Stellen. Seit 2018 bis einschließlich Ende Februar haben 564 ehemals jobsuchende Personen mit Behinderungen in Kooperation mit dem AMS dieses freiwillige Angebot genutzt. Insgesamt haben sich im genannten Zeitraum in NÖ rund 3.300 Personen an die Arbeitsassistenz gewandt.

Ende Februar waren in Niederösterreich 3.057 Personen mit Behinderungen (davon 1.226 Frauen) bei einer der 22 AMS-Geschäftsstellen arbeitslos vorgemerkt. Während die Arbeitslosigkeit insgesamt in Niederösterreich zuletzt um 6,7% gesunken ist, ist jene der behinderten Jobsuchenden mit einem Plus von 3,4% leicht angestiegen.

(Quelle: AMS NÖ Medieninformation 3.4.2019)

NÖ MTA erfolgreich: Korrekturen beim Sozialhilfe-Grundsatzgesetz des Bundes

Der NÖ Monitoring-Ausschuss hat ebenso wie zahlreiche andere Einrichtungen eine Stellungnahme zum Entwurf des Sozialhilfe-Grundsatzgesetzes des Bundes abgegeben. Einige der geplanten Regelungen bedeuteten eine Verschlechterung der Situation von Menschen mit Behinderungen.

Inzwischen wurde der Entwurf überarbeitet und einige dieser kritisierten Schwachstellen konnten geändert werden:

  • Die Bundesländer dürfen weiterhin zusätzliche Leistungen gewähren, etwa für den Wohnbedarf.
  • Der behinderungsbedingte Zuschlag von 18% ist nun zwingend vorgesehen (keine „kann“-Bestimmung mehr).
  • Bei Haushaltsgemeinschaften von Menschen mit Behinderungen wird die Geldleistung nicht gedeckelt.

Der NÖ Monitoring Ausschuss wünscht sich ein spezielles Sozialhilfe-Gesetz für Menschen mit Behinderungen, das deren Lebensstandard zielgruppengenau sicherstellt.

NÖ Monitoring-Ausschuss beantwortet UN-Fragenkatalog

Derzeit läuft die 2. Staatenprüfung Österreichs über den Stand der Umsetzung der UNO Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen. In seiner Sitzung Ende März 2019 hat der NÖ Monitoring-Ausschuss den Fragenkatalog der UNO beantwortet und den Schwerpunkt dabei auf Erfolge und Probleme in Niederösterreich gelegt.

Gesetzliche Verbesserungen erreicht

2017 wurde das NÖ Antidiskriminierungsgesetz wesentlich verbessert. Alle Diskriminierungsmerkmale (Ethnie, Geschlecht, Behinderung, Alter, Religion/Weltanschauung und sexuelle Orientierung) sind nun in allen Lebensbereichen gleich geschützt. Eine Novelle 2018 brachte noch die Umsetzung der EU-Richtlinie zur Barrierefreiheit für Websites und mobile Anwendungen öffentlicher Stellen in NÖ.

Derzeit fehlen aber noch zeitlich verbindliche Vorgaben zur Herstellung von Barrierefreiheit hinsichtlich bestehender älterer Gebäude (Etappenpläne). Auch gibt es nach wie vor keine gesetzliche Grundlage für einen Rechtsanspruch auf Beseitigung einer Barriere, derzeit sieht das Gesetz nur einen Anspruch auf Geld-Entschädigung vor.

Kritisch merkte der NÖ Monitoring-Ausschuss auch an, dass bei Initiativanträgen im Landtag eine Mitwirkung von Menschen mit Behinderungen (Partizipation) schwer möglich ist, da es kein Begutachtungsverfahren gibt. Er verlangt die Durchführung von gesetzlichen Begutachtungsverfahren mit Möglichkeit zur Stellungnahme bei Vorhaben, die Rechte von Menschen mit Behinderung betreffen.

NÖ Baurecht: Barrierefreiheit nicht gewährleistet

Das NÖ Baurecht (z.B. die Bauordnung) stellt nicht sicher, dass Baulichkeiten umfassend barrierefrei ausgeführt sind. Menschen mit Behinderungen ist daher nicht die volle Teilhabe in allen Lebensbereichen gewährleistet.

Positiv wird gesehen, dass Sitzungen des NÖ Landtages („Aktuelle Stunde“) seit 2019 in Gebärdensprache übersetzt im Internet übertragen werden.

Inklusive Bildung noch nicht verwirklicht

In NÖ haben rund 5.800 Schülerinnen und Schüler einen sonderpädagogischen Förderbedarf. Im Schuljahr 2017/2018 haben 45 % der Kinder mit sonder-pädagogischem Förderbedarf eine Sonderschule besucht. Der NÖ Landtag hat sich 2016 und 2017 für den Erhalt von Sonderschulen ausgesprochen.

Der NÖ Monitoring-Ausschuss stellte dazu auch in einer Empfehlung an die NÖ Landesregierung fest, dass die Regel- und Sonderschulen in NÖ in der bestehenden Form nicht inklusiv sind. Sie entsprechen somit nicht den Vorgaben der UN-BRK. Der NÖ Monitoring-Ausschuss fordert einen Inklusions-Fahrplan für alle Schulen und Kindergärten, für die das Land NÖ zuständig ist. Darin sollen Etappenziele, regelmäßige Überprüfungen und eine baldige Umsetzung festgelegt werden.

Führungen für sehbeeinträchtigte und blinde Personen in Rahmen des NÖ Museumsfrühlings

Das Projekt BhW barrierefrei bietet im Zuge des Museumsfrühlings spezielle Führungen für sehbeeinträchtigte und blinde Personen in folgenden Museen an:

  • Schau.Räume.Thaya
    Mag. Roland Hauke
    Samstag, 18. Mai 2019 um 10:00 Uhr
  • Waldbauernmuseum Gutenstein
    Judith Pawelak-Ast
    Sonntag, 19. Mai 2019 um 10:00 Uhr

Ein Shuttle Bus wird vom BhW Niederösterreich zur Verfügung gestellt. Anmeldungen bis 30. April 2019 erbeten unter barrierefrei@bhw-n.eu.

Allgemeine Informationen zum Museumsfrühling
Am 18. und 19. Mai 2019 laden Niederösterreichs Museen zum Museumsfrühling. Anlässlich des Internationalen Museumstags bieten über 100 Museen und Sammlungen abwechslungsreiche Programme für die Besucher und Besucherinnen: von Ausstellungseröffnungen bis zu Spezialführungen, von Kinder-Workshops bis zu Konzerten und Theateraufführungen in Museen.
35.000 Museen in 140 Ländern begehen weltweit jährlich im Mai den vom
Internationalen Museumsrat ICOM ausgerufenen Internationalen Museumstag, um auf die Bedeutung und Vielfalt der Museen aufmerksam zu machen. Das jährlich wechselnde Motto lautet 2019 „Museen – Zukunft lebendiger Traditionen“. Über 100 Museen und Sammlungen machen an diesem Wochenende landesweit mit besonderen Programmen auf sich aufmerksam.
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Einladung des Clubs 81 zum Themenabend „Schlichtungen“ am 28. März 2019

Der Club 81 lädt  zum

Themenabend „Schlichtungen“  
mit Mag. Aaron Banovic von der Behindertenanwaltschaft im Rahmen des Clubabends am Donnerstag, 28. März  ab 18.00 Uhr
im Hippolythaus St. Pölten – Eybnerstraße 5

sehr herzlich ein.

Zur Person des Referenten:

Mag. Aaron Banovics ist Referent im Büro des Anwalts für Gleichbehandlungsfragen für Menschen mit Behinderungen, Vorstandsmitglied der Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen, sowie Leitungsmitglied des Komitees für Mobilität sehbeeinträchtigter Menschen in Österreich.

„Dass wir miteinander reden können, macht uns zu Menschen“
Karl Jaspers (1883-1969).

Das Behindertengleichstellungsgesetz verankert den Diskriminierungsschutz in vielen Bereichen des täglichen Lebens.
Werde ich diskriminiert, kann ich zunächst ein Schlichtungsgespräch beantragen. Es ist eine relativ einfache und kostenlose Möglichkeit, einen
Einigungsversuch zu starten.

Bleibt die Schlichtung erfolglos, kann man klagen.  Fragen wie z.B.

  • wie läuft so eine Schlichtung ab?
  • wer kann mich dabei unterstützen?
  • welche Möglichkeiten habe ich nach erfolgloser Schlichtung?

stellen sich den betroffenen Personen.

Alle diese Themen und Fragen werden beim Clubabend behandelt.

Der Klagsverband lädt zu einer Informations-Veranstaltung ein

für Nicht-Mitglieder und Interessierte

Der Klagsverband hilft Personen, die diskriminiert wurden, bei der Rechtsdurchsetzung.

50 Mitgliedsvereine unterstützen den Klagsverband dabei als erste Anlaufstelle für Betroffene. Fördernde Mitglieder vervollständigen mit ihrer Kompetenz und ihrer Erfahrung das Netzwerk und erhalten eine Reihe von Serviceleistungen.

Neben der Rechtsdurchsetzung gehört zu den Angeboten des Klagsverbands auch die Rechtspolitik: Mit Stellungnahmen und Schattenberichten kann die Entwicklung des österreichischen Gleichstellungsrechts zum Schutz der Betroffenen verbessert werden.

In Schulungen und Workshops wird das Know-How zum Antidiskriminierungs- und Gleichbehandlungsrecht an Berater_innen aus allen Bereichen weitergegeben.

Wenn Sie mehr über die Arbeit des Klagsverbands erfahren wollen, sind Sie herzlich eingeladen, sich bei dieser Veranstaltung zu informieren!

Datum
Montag, 17. September 2018, 16.00 bis 19.00 Uhr
Ort
VinziRast Mittendrin Dachgeschoß, Währingerstraße 19, 1090 Wien

Anmeldung bis 3. September 2018 an: andrea.ludwig@klagsverband.at

Bitte geben Sie bei der Anmeldung bekannt, ob Sie ÖGS-Dolmetschung oder andere Unterstützung in Anspruch nehmen. Die Teilnahme an der Klausur ist kostenlos. Der Veranstaltungsort ist barrierefrei zugänglich. ÖGS-Dolmetschung wird angeboten.

Falls Sie bei der Veranstaltung nicht fotografiert werden wollen, geben Sie uns das bitte bei der Anmeldung ebenfalls bekannt.

Hier finden Sie das Programm:

PROGRAMM
16.00 Uhr
Beginn und Begrüßung

16.15 Uhr
Der Klagsverband stellt sich vor: Was sind die Aktivitäten und Ziele des Klagsverbands? Wie kann ich Mitglied werden? Welche Serviceleistungen kann ich in Anspruch nehmen? Was bringt eine Fördermitgliedschaft? – Dieter Schindlauer
Was waren die Highlights der Klagsverbands-Arbeit in den letzten Jahren? – Volker Frey

17.15 bis 17.45 Uhr Pause

17.45 Uhr
Die Arbeit mit internationalen Konventionen am Beispiel der UN-Frauenrechtskonvention, der UN-Behindertenrechtskonvention und der Antirassismuskonvention.
Es präsentieren:  Elisabeth Udl, Andrea Ludwig und Lukas Gottschamel

18.45 Uhr
FAQ – Volker Frey beantwortet Ihre Fragen zum Klagsverband.

19.00 Uhr
Ausklang mit einem kleinen Buffet

Referent_innen:
Volker Frey, Generalsekretär des Klagsverbands
Lukas Gottschamel, Leiter der Rechtsberatung bei ZARA
Andrea Ludwig, Leiterin der Rechtsdurchsetzung beim Klagsverband
Dieter Schindlauer, Präsident des Klagsverbands
Elisabeth Udl, Geschäftsführerin Kraftwerk/Verein Ninlil



 

Literatur-Wettbewerb OHRENSCHMAUS für Menschen mit Lernschwierigkeiten

Foto der Ohrenschmaus Preisverleihung 2016
Preisverleihung 2016 (Foto: www.ohrenschmaus.net)

Ausschreibungsstart für den 11. Literaturpreis Ohrenschmaus: Menschen mit Lernbehinderungen sind auch dieses Jahr wieder eingeladen, ihre selbst verfassten Texte zum Literaturpreis Ohrenschmaus einzureichen. Die Einreichfrist startet bewusst am Welt-DownSyndrom-Tag (21. März) und endet am 15. September 2017.

Erklärtes Ziel des Literaturpreises ist es, mehr lernbehinderte Menschen zum Schreiben zu bewegen, ihnen den Zugang zur Literatur zu ermöglichen und Öffentlichkeit zu bieten. Zudem werden LeserInnen neue Einblicke in das Leben und Denken intellektuell behinderter Menschen ermöglicht.

„Die in den vergangenen zehn Jahren eingereichten Texte eröffnen uns einen anderen Blick auf das Leben und die Welt, regen zum Nachdenken an und lassen einen hin und wieder auch so richtig lachen. Literatur in höchster Form, wie wir sie durch den Literaturpreis weiter fördern möchten“, so Franz-Joseph Huainigg, Ohrenschmaus-Gründer und selbst Autor mehrerer Bücher.

Eine namhafte Jury rund um Felix Mitterer, der Franzobel, Eva Jancak, Heinz Janisch, Ludwig Laher und Barbara Rett angehören, sucht auch dieses Jahr wieder nach herausragenden Texten.

Die ausgezeichneten SchriftstellerInnen werden im Rahmen einer festlichen Preisverleihung am 4. Dezember 2017 im Wiener Museumsquartier geehrt. Es werden drei Hauptpreise mit je 1.000 Euro Siegerprämie vergeben. Jede Textsorte als auch jedes Thema, jeder Inhalt ist willkommen.

Die Einreichfrist endet am 15. September 2017. Weitere Informationen sowie die Ausschreibungskriterien sind online unter http://www.ohrenschmaus.net/mitmachen verfügbar. Eingereicht werden kann ab sofort per Upload auf der Website oder auf dem Postweg an:
Literaturpreis Ohrenschmaus, z.Hd. Evelyn Pammer, Palais Epstein, Dr. Karl-Renner-Ring 1, 1017 Wien.

Hinter dem Literaturpreis Ohrenschmaus steht ein Organisationsteam bestehend aus dem Initiator Franz-Joseph Huainigg mit Evelyn Pammer sowie Vertreter/innen von Caritas, Diakonie, Jugend am Werk, Lebenshilfe und Vienna People First.

 

 

Neues NÖ Antidiskriminierungsgesetz in Kraft getreten: Verbesserungen für Menschen mit Behinderungen

Ein Rollstuhl steht vor einer Stufe (Barriere)
Foto: www.dasdenkeichduesseldorf.wordpress.com / pixelio.de

Der NÖ Monitoringausschuss forderte 2014 in einer Empfehlung (Link zur Empfehlung) eine Überarbeitung des geltenden NÖ Antidiskriminierungsgesetzes aus dem Jahr 2005, weil Menschen mit Behinderungen lediglich in der Arbeitswelt vor Diskriminierungen geschützt sind. Im Herbst 2016 wurde ein Entwurf eines neuen Gesetzes vorgelegt, der vom NÖ Monitoringausschuss begrüßt wurde. Viele unserer Forderungen wurden umgesetzt. Im Rahmen der Begutachtung wurde auch noch auf Grund unseres Hinweises die Verjährungsfristen bei Belästigungen auf einen einheitlichen Zeitraum von einem Jahr festgelegt.

Das neue Antidiskriminierungsgesetz 2017 ist mit 14. März 2017 in Kraft getreten –  es gilt für alle Sachverhalte, die sich ab diesem Tag ereignen. Hier der Link zum Gesetzestext: LGBl. Nr. 24/2017, NÖ Antidiskriminierungsgesetz 2017 (NÖ ADG 2017) .Für frühere Sachverhalte gilt das „alte“ NÖ ADG. Das NÖ ADG 2017 gilt für alle Bereiche, in denen das Land die Kompetenz zur Gesetzgebung hat, vor allem auch für alle Organe des Landes und der Gemeinden.

Das neue Gesetz schützt nun Menschen mit Behinderungen in allen Lebensbereichen, wie etwa Zugang zu und Versorgung mit Gütern und Dienstleistungen, Sozialschutz, soziale Vergünstigungen und Bildung. Ebenso wurden auch die anderen Tatbestände (Geschlecht, Alter, Religion/Weltanschauung und sexuelle Orientierung) in allen Lebensbereichen dem Schutz aus Gründen der Ethnie gleichgestellt. Damit wurden die zentralen Forderungen nach Ausdehnung und Vereinheitlichung des Diskriminierungsschutzes erfüllt.

„Zugangshindernisse und –barrieren“ sind dem neuen Gesetz zufolge nach und nach zu beseitigen, um Menschen mit Behinderungen den Zugang zu Angeboten und Leistungen zu ermöglichen. Diese Verpflichtung besteht allerdings u.a. dann nicht, wenn es wegen des damit verbundenen Aufwandes zu einer unverhältnismäßigen Belastung des jeweiligen Rechtsträgers führen würde. Die erstmalige gesetzliche Normierung eines sukzessiven Abbaus von Barrieren wird vom NÖ Monitoringausschuss ausdrücklich begrüßt, auch wenn der geforderte Etappenplan oder ein subjektiver Rechtsanspruch noch nicht verwirklicht wurden.

BürgerInnen, die sich z.B. durch Landes- oder Gemeindestellen in landesrechtlichen Angelegenheiten diskriminiert fühlen, können sich an die NÖ Antidiskriminierungsstelle wenden. Dort wird beraten, unterstützt und über Antrag auch ein Schlichtungsversuch durchgeführt. Im Diskriminierungsfall gebührt Schadenersatz; nach einem erfolglosen Schlichtungsversuch kann der Schadenersatz im Streitfall bei Gericht eingeklagt werden.

Kontaktadresse NÖ Antidiskriminierungsstelle:

Tel: 02742/9005-16212
E-Mail: post.gbb@noel.gv.at
www.noe.gv.at/gleichbehandlung
3109 St. Pölten, Rennbahnstraße 29 (Tor zum Landhaus), Stg.B, 3.Stock, Zi. 313

 

Hilfsmittel im Kindergarten- und Schulalltag für Kinder mit Behinderungen

Foto einer Situation Augensteuerung
Foto: Tobii AB

Das NÖ Medienzentrum stellt für Kinder mit Sinnesbeeinträchtigung, kommunikativer und körperlicher Behinderung technische bzw. elektronische Hilfsmittel zur Verfügung, die eine Teilnahme am Schulunterricht ermöglichen oder erleichtern. Für die Anschaffungskosten gibt es dazu eine 100-prozentige Förderung über den NÖ Schul- und Kindergartenfonds. Im Jahr 2016 wurden so Geräte und Softwaretools im Wert von rund 92.000 Euro für Schulkinder mit Behinderungen angekauft. Kürzlich wurde die Förderung auch auf Ankäufe von technischen Hilfsmitteln für den Kindergartenbereich in Niederösterreich ausgedehnt.

Für Bildungs-Landesrätin Mag. Barbara Schwarz ist diese Unterstützung des Landes Niederösterreich für die Schul- und Kindergartenerhalter richtig und wichtig: „Es ist unser gemeinsames Ziel, im Zusammenspiel von Familien sowie Bildungs- und Betreuungseinrichtungen jedes Kind an seine größtmögliche Selbstständigkeit heranzuführen und ihm gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen. Jedes Kind hat das Recht auf eine seinen individuellen Möglichkeiten entsprechende Bildung. Daher stellen wir gemeinsam mit den Gemeinden unseren Kindern mit Beeinträchtigungen jene Mittel zur Verfügung, mit denen sie dem pädagogischen Angebot in Kindergärten und Schulen bestmöglich folgen können.“

Zu den benötigten Hilfsmitteln zählen etwa Tafellese- und Augensteuerungssysteme, Vergrößerungssoftware, Screenreader oder Kommunikationsprogramme für Kinder, die nur eingeschränkt oder gar nicht sprechen können. Das NÖ Medienzentrum kauft diese Geräte an und verleiht sie je nach Bedarf an Gemeinden als Schul- und Kindergartenerhalter.

Weitere Info: http://www.noemedia.at