MTA-Forderung umgesetzt: Gebärdensprach-Dolmetsch im NÖ Landtag

Symbolbild Gebärdendolmetsch, zwei Hände

Beharrlichkeit zahlt sich aus – das trifft auch auf eine Forderung des NÖ Monitoring-Ausschusses zu. Bei seiner ersten öffentlichen Sitzung im Dezember 2015 wurde die Forderung nach einer Übersetzung der Sitzungen des NÖ Landtages in die Gebärdensprache erhoben.

Die Sitzungen des NÖ Landtages werden im Internet übertragen. Diese akustische Übertragung können gehörlose Personen nicht verstehen. Die Sitzungen sind daher nicht barrierefrei. In der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen verpflichtet sich Österreich, einen gleichberechtigten Zugang zu Informationen zu schaffen. Das gilt ausdrücklich auch für Internetdienste. Konkret wird geregelt, dass für die Allgemeinheit bestimmte Informationen rechtzeitig und ohne zusätzliche Kosten zur Verfügung gestellt werden müssen. Für gehörlose Personen geschieht dies nun zusätzlich durch die Gebärdensprache.

Die Österreichische Gebärdensprache ist seit 2005 in Artikel 8 des Bundes-Verfassungsgesetzes ausdrücklich als eigenständige Sprache anerkannt.

Der NÖ Monitoring-Ausschuss hat 2016 Verhandlungen mit der Landtagsdirektion aufgenommen. Wegen technischer Herausforderungen und der budgetären Planung hat sich die Realisierung verzögert. Schließlich konnte nun in der ersten Sitzung des Jahres 2019 mit Hilfe des Präsidenten des Landtages Mag. Karl Wilfing und des engagierten Landtagsdirektors Mag. Thomas Obernosterer die Übersetzung in die Gebärdensprache starten. Vorerst wird jeweils die aktuelle Stunde des Landtages übersetzt.

Präs. Mag. Karl Wilfing und Dolmetscherin Sabine Zeller: Der Präsident erlernt die ersten Worte in der Österreichischen Gebärdensprache.
Präs. Mag. Karl Wilfing und Dolmetscherin Sabine Zeller: Der Präsident erlernt die ersten Worte in der Österreichischen Gebärdensprache. (Foto: NÖ Landtag)

 

Der Film „Mabacher #ungebrochen“ startet

Filmplakat mabacher #ungebrochen

Martin Habacher, der bekannte Youtuber und Blogger, starb heuer (2019) im Jänner. Er erlebte damit nicht mehr die Premiere des Doku-Films „Mabacher #ungebrochen“.

Filmplakat mabacher #ungebrochen
mabacher #ungebrochen

Habacher wurde bei seiner Geburt ein früher Tod prognostiziert. Er kam mit der Glasknochenkrankheit zur Welt – doch seine körperliche Zerbrechlichkeit machte ihn letztendlich zu einer stärkeren Persönlichkeit, als man auf den ersten Blick erwarten würde. Auf vehemente und doch humorvolle Art und Weise trat er für Toleranz und gegen Barrieren auf.

Der inzwischen vielfach preisgekrönte Streifen startet am 18. Februar im Cinema Paradiso in St. Pölten und am 02. März in Krems im Kino im Kesselhaus, jeweils in Anwesenheit des Regisseurs Stefan Wolner.

In Wien läuft der Film im Filmcasino und im Schikaneder Kino.

Informationen unter: http://mabacherfilm.com/

Regisseur Stefan Wolner und Hauptdarsteller Martin Habacher
Regisseur Stefan Wolner und Hauptdarsteller Martin Habacher (Foto: http://mabacherfilm.com/)

Kinder mit erhöhtem Förderbedarf erhalten in NÖ Hilfsmittel

Das NÖ Medienzentrum stellt für Kinder mit Sinnesbeeinträchtigung, kommunikativer und körperlicher Behinderung technische bzw. elektronische Hilfsmittel zur Verfügung. Diese Hilfsmittel wie Tafellesesysteme, Augensteuerungssysteme, Vergrößerungssoftware, Screenreader oder Kommunikationsprogramme erleichtern die Teilnahme am Unterricht und am Kindergartenalltag.

Das Land Niederösterreich kauft für Pflichtschulen und Kindergärten im Bedarfsfall diese Geräte und Softwaretools an und verleiht sie dann an die Gemeinden als Schul- und Kindergartenerhalter. Im Jahr 2018 wurden Hilfsmittel im Wert von mehr als 209.000 Euro für Schul- und Kindergartenkinder mit erhöhtem Förderbedarf über den NÖ Schul- und Kindergartenfonds angekauft.

Information: http://www.noemedia.at

(Quelle: NLK, 7.1.2019)

BhW Niederösterreich vergibt erstmals Preise für Barrierefreiheit

Vorbild Barrierefreiheit 2018
Vorbild Barrierefreiheit 2018 (Foto: BhW / Gerald Lechner)

In der Niederösterreichischen Landesbibliothek wurde Ende Oktober 2018 erstmals der Preis „Vorbild Barrierefreiheit“ in NÖ im Beisein zahlreicher Gäste vergeben.

Die BhW Niederösterreich GmbH ist eine Erwachsenenbildungseinrichtung, die gemäß ihrem Slogan „Bildung hat Wert“ aktuelle, gesellschaftsrelevante Themen aufgreift und Bildungsangebote in den Gemeinden unterstützt. Neben Basisbildungsangeboten, Jugendcoaching, Bildungsberatung, Zeitpunkt Lesen und Bildungsehrenamt ist „Barrierefreiheit“ seit Jahren ein wesentliches Aufgabengebiet der BhW Bildungsarbeit. Nun wurde zum ersten Mal der Preis „Vorbild Barrierefreiheit 2018“ vergeben. „Barrierefreiheit heißt selbstbestimmt, dient der Vermeidung von Diskriminierung und hilft der Gesellschaft“, so Martin Lammerhuber, Holdinggeschäftsführer Kultur.Region.Niederösterreich

Eine gleichberechtigte und selbstständige Teilhabe am öffentlichen Leben muss für alle Menschen gegeben sein. „BhW barrierefrei“leistet in diesem Sinne in ganz Niederösterreich Informations- und Sensibilisierungsarbeit zu den Themen „Inklusion“, „Behinderung“, „Barrierefreiheit“ und „altersgerechte Gesellschaft“.

Vorbilder vor den Vorhang

Mit der BhW Auszeichnung „Vorbild Barrierefreiheit 2018“ werden Betriebe, Gemeinden, Organisationen, Veranstaltungen, Institutionen oder Projekte in Niederösterreich geehrt, die erfolgreich Maßnahmen zur Erhöhung der Barrierefreiheit umgesetzt haben. Barrierefreiheit kann nicht immer zu 100 Prozent verwirklicht werden, aber es ist wichtig, dass viele Initiativen gesetzt werden, um sich dem Ziel einer barrierefreien Umwelt für alle zu nähern.

Als Vorbilder sollen die Ausgezeichneten weitere Verantwortliche und Akteurinnen und Akteure in den Regionen motivieren, sich des Themas Barrierefreiheit künftig verstärkt anzunehmen. In den folgenden Kategorien wurde die Auszeichnung verliehen: Gemeinden, Wirtschaft/Tourismus, Kultur/Veranstaltungen, Personen/Institutionen und Bildung/Kommunikation.

Preisträger „Vorbild Barrierefreiheit 2018“

In der Kategorie Institutionen/Personen sind die Vereine Spielerpass und Club 81 die Preisträger.

Spielerpass, Obmann Niklas Karner, Krems an der Donau

Der Verein bietet Menschen mit Behinderungen materielle und soziale Unterstützung im Bereich Sport und Bewegung. Mit dem Ziel, Spielfreude zu vermitteln und das gesellschaftliche Bewusstsein für Inklusion und Nachhaltigkeit zu stärken, setzt sich die gemeinnützige Organisation ehrenamtlich für Special Needs Teams und inklusive Mannschaften in Niederösterreich ein.

Neben großen Fußballturnieren, mit Unterstützung vom berühmten Fußballern, organisiert der Verein ehrenamtlich Trainingscamps, Diskussionssymposien, Inklusionsquizze und das abgeschlossene Projekt „Balltonnen“. Ein vergleichbares Projekt mit diesem ehrenamtlichen Aufwand gibt es in Niederösterreich nicht.

Club 81, Obmann Josef Schoisengeyer, St. Pölten

Der Club 81 in St. Pölten, der das Ziel der Integration behinderter Menschen verfolgt, bietet gesellige Zusammenkünfte mit der Möglichkeit zur Kontaktfindung, Rehabilitationshilfen, Information und Beratung, den Besuch kultureller Veranstaltungen, den 1. NÖ Behindertenfahrtendienst St. Pölten (Partner ist Funk-Taxi Rittner), Reisen und Ausflüge mit einem rollstuhlgerechten Luxusreisebus. Bei Reisen und Ausflügen begleiten ehrenamtliche HelferInnen des Roten Kreuzes Prinzersdorf. Weiters wird die Vermittlung von behindertengerechten Urlaubsquartieren und die Führerscheinausbildung in Zusammenarbeit mit den Fahrschulen angeboten. Obmann Josef Schoisengeyer ist auch Mitglied des NÖ Monitoringausschusses.

Informationen über alle Preisträger finden sich auf: https://www.bhw-n.eu/no_cache/aktuelles/news-detail/artikel/erstmals-barrierefrei-preis-in.html?utm_source=bhw-newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=newsletter_11-2018

Preisverleihung an Club 81 Obmann Josef Schoisengeyer
Preisverleihung an Club 81 Obmann Josef Schoisengeyer (Foto: BhW / Gerald Lechner)

Der Klagsverband lädt zu einer Informations-Veranstaltung ein

für Nicht-Mitglieder und Interessierte

Der Klagsverband hilft Personen, die diskriminiert wurden, bei der Rechtsdurchsetzung.

50 Mitgliedsvereine unterstützen den Klagsverband dabei als erste Anlaufstelle für Betroffene. Fördernde Mitglieder vervollständigen mit ihrer Kompetenz und ihrer Erfahrung das Netzwerk und erhalten eine Reihe von Serviceleistungen.

Neben der Rechtsdurchsetzung gehört zu den Angeboten des Klagsverbands auch die Rechtspolitik: Mit Stellungnahmen und Schattenberichten kann die Entwicklung des österreichischen Gleichstellungsrechts zum Schutz der Betroffenen verbessert werden.

In Schulungen und Workshops wird das Know-How zum Antidiskriminierungs- und Gleichbehandlungsrecht an Berater_innen aus allen Bereichen weitergegeben.

Wenn Sie mehr über die Arbeit des Klagsverbands erfahren wollen, sind Sie herzlich eingeladen, sich bei dieser Veranstaltung zu informieren!

Datum
Montag, 17. September 2018, 16.00 bis 19.00 Uhr
Ort
VinziRast Mittendrin Dachgeschoß, Währingerstraße 19, 1090 Wien

Anmeldung bis 3. September 2018 an: andrea.ludwig@klagsverband.at

Bitte geben Sie bei der Anmeldung bekannt, ob Sie ÖGS-Dolmetschung oder andere Unterstützung in Anspruch nehmen. Die Teilnahme an der Klausur ist kostenlos. Der Veranstaltungsort ist barrierefrei zugänglich. ÖGS-Dolmetschung wird angeboten.

Falls Sie bei der Veranstaltung nicht fotografiert werden wollen, geben Sie uns das bitte bei der Anmeldung ebenfalls bekannt.

Hier finden Sie das Programm:

PROGRAMM
16.00 Uhr
Beginn und Begrüßung

16.15 Uhr
Der Klagsverband stellt sich vor: Was sind die Aktivitäten und Ziele des Klagsverbands? Wie kann ich Mitglied werden? Welche Serviceleistungen kann ich in Anspruch nehmen? Was bringt eine Fördermitgliedschaft? – Dieter Schindlauer
Was waren die Highlights der Klagsverbands-Arbeit in den letzten Jahren? – Volker Frey

17.15 bis 17.45 Uhr Pause

17.45 Uhr
Die Arbeit mit internationalen Konventionen am Beispiel der UN-Frauenrechtskonvention, der UN-Behindertenrechtskonvention und der Antirassismuskonvention.
Es präsentieren:  Elisabeth Udl, Andrea Ludwig und Lukas Gottschamel

18.45 Uhr
FAQ – Volker Frey beantwortet Ihre Fragen zum Klagsverband.

19.00 Uhr
Ausklang mit einem kleinen Buffet

Referent_innen:
Volker Frey, Generalsekretär des Klagsverbands
Lukas Gottschamel, Leiter der Rechtsberatung bei ZARA
Andrea Ludwig, Leiterin der Rechtsdurchsetzung beim Klagsverband
Dieter Schindlauer, Präsident des Klagsverbands
Elisabeth Udl, Geschäftsführerin Kraftwerk/Verein Ninlil



 

Der Tätigkeitsbericht 2017 ist da!

Die Mitglieder des NÖ Monitoring-Ausschusses

Im Juni 2018 veröffentlichte der NÖ Monitoring-Ausschuss seinen vierten Tätigkeitsbericht. Der Bericht behandelt das Jahr 2017.

Im Jahr 2017 fanden fünf Sitzungen des Monitoring-Ausschusses statt. In den Sitzungen hat sich der Monitoring-Ausschuss unter anderem mit der Inklusiven Bildung in Niederösterreich beschäftigt. Am 6. April 2017 hat er dazu eine Empfehlung beschlossen, die im Internet heruntergeladen werden kann: „Inklusive Bildung“. In dieser Empfehlung verlangt der NÖ Monitoring-Ausschuss die Erstellung eines Inklusionsfahrplanes zur Umsetzung aller Prinzipien der UN-Behindertenrechtskonvention im Bildungsbereich in NÖ.

Der Monitoring-Ausschuss hat sich auch mit dem Thema „Barrierefreiheit im umfassenden Sinn“ sowie mit der 3. öffentlichen Sitzung (2018) beschäftigt.

Im Tätigkeitsbericht 2017 finden sich auch die Grundlagen der Arbeit des NÖ Monitoring-Ausschusses. Das sind die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen und das NÖ Monitoringgesetz. Das NÖ Monitoringgesetz ist 2013 in Kraft getreten. Mit diesem Gesetz wurde der NÖ Monitoringausschuss geschaffen; seine Aufgaben sind die Förderung und Überwachung der UN-Behindertenrechtskonvention in Niederösterreich.

Wenn die Rechte von Menschen mit Behinderungen betroffen sind, kann der Monitoring-Ausschuss Empfehlungen und Stellungnahmen an die NÖ Landesregierung abgeben. Der Monitoring-Ausschuss tut dies besonders im Begutachtungsverfahren von Landesgesetzen und Verordnungen. Im Jahr 2017 wurden 16 Gesetzes- und Verordnungsentwürfe begutachtet und zwei ausführliche Stellungnahmen abgegeben. (Link zu den Stellungnahmen des NÖ Monitoring-Ausschusses)

Der Tätigkeitsbericht für das Jahr 2017 ist als pdf verfügbar: Link für das Herunterladen.

Fototext: Die Mitglieder und Ersatzmitglieder des NÖ Monitoring-Ausschusses (Mai 2018). (Foto: Xaver Lahmer)

NÖ Landesverein 0>Handicap unterstützt Menschen mit Behinderungen

Der Verein 0>Handicap, mit Sitz in St. Pölten, leistet einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Beschäftigungssituation von Menschen mit Behinderungen. So konnten heuer bereits 30 Menschen mit Behinderungen im Rahmen des „Gemeinnützigen Beschäftigungsprojektes“ und des Projektes „Qualifizierung“ in ganz NÖ in den Arbeitsmarkt integriert werden.

Im Rahmen dieser Beschäftigungsprojekte werden die Teilnehmer/innen (Menschen mit physischen, psychischen, kognitiven Behinderungen sowie Menschen mit Sinnesbehinderungen ) befristet zwischen 12 und 36 Monate beim Verein angestellt – gearbeitet wird jedoch in der NÖ Landesverwaltung und in Betrieben der freien Wirtschaft. Berücksichtigt werden hierbei Kriterien wie zum Beispiel Qualifikation, bisherige Berufserfahrung oder Mobilität der Bewerber/innen, sowie Beschäftigungsmöglichkeiten in der jeweiligen Region. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen werden während der gesamten Projektdauer sozialpädagogisch betreut. Ziel der Projekte ist eine fixe Anstellung bei einem Betrieb oder eine Übernahme durch das Land NÖ.

Für eine Anstellung über den Verein 0>Handicap müssen bestimmte Voraussetzungen vorliegen. Zum einen sollten die Bewerber/innen arbeitslos beziehungsweise arbeitssuchend gemeldet sein, zum anderen muss ein Grad der Behinderung von mindestens 50 % vorliegen.

Seit der Vereinsgründung 2001 konnten bereits 450 Menschen mit Behinderungen erfolgreich in den 1. Arbeitsmarkt integriert werden.

 

Bei Interesse kontaktieren Sie

Verein 0>Handicap

NÖ Landesverein zur Schaffung von Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen mit besonderen Bedürfnissen

Landhausboulevard Top 30

3109 St. Pölten

02742/24688 od. 24686

office@0handicap.at

www.0handicap.at

Ein Leben ohne Hindernisse muss möglich sein

NÖ Monitoring-Ausschuss tritt für die Rechte von Menschen mit Behinderungen ein

Am 30. Mai 2018 fand in St. Pölten die dritte öffentliche Sitzung des NÖ Monitoring-Ausschusses statt. Der Ausschuss ist eine unabhängige und weisungsfreie Einrichtung. Er überwacht die Einhaltung der Menschenrechte von Menschen mit Behinderungen durch die öffentliche Verwaltung in Niederösterreich. Grundlage seiner Arbeit ist die UN Behindertenrechtskonvention, die in Österreich 2008 in Kraft getreten ist. Das Thema der Sitzung war „Barrierefreiheit im umfassenden Sinn“. Nach zwei Fachreferaten erarbeiteten die rund 110 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Thementischen Vorschläge für den Abbau von Barrieren.

Bundes-Behindertenanwalt nimmt erstmals teil

An der öffentlichen Sitzung nahmen Selbstvertreterinnen und Selbstvertreter, Interessierte und Fachleute teil. Erstmals referierte der Behindertenanwalt des Bundes, Dr. Hansjörg Hofer, vor dem NÖ Monitoringausschuss. Bildung, Beschäftigung, Barrieren und Bewusstseinsbildung waren die Bereiche, die der Anwalt für Gleichstellungsfragen für Menschen mit Behinderung konkret behandelte. So wies er darauf hin, dass „Inklusionsschulen“ statt Sonderschulen nötig wären. Im Bereich „Beschäftigung“ trat Dr. Hofer für eine Umwandlung der „Strafe“ Ausgleichstaxe zu einem Belohnungssystem, zum Beispiel durch eine Reduktion der Lohnnebenkosten, ein. Menschen, die in Werkstätten beschäftigt werden, bekommen nur ein Taschengeld. Wichtig wäre eine wirkliche Entlohnung mit eigenständiger Sozialversicherung.

Zur Forderung nach Barrierefreiheit erinnerte Dr. Hofer daran, dass es dabei nicht nur um räumliche Dimensionen, etwa Rampen statt Stiegen, gehe. Barrierefreiheit erfordert zum Beispiel auch eine leichte Sprache, also leicht verständliche Texte, damit komplizierte Sachverhalte von allen verstanden werden können. Die größte Barriere ortet der Bundesbehindertenanwalt leider noch immer in den Köpfen der Menschen.

Expertin mahnt Selbstbestimmung und Inklusion ohne Hindernisse ein

DDr.in Ursula Naue vom Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien erläuterte in der öffentlichen Sitzung den Artikel 9 der UN Behindertenrechtskonvention. In diesem Artikel wird festgelegt, dass die Menschenrechte für Menschen mit Behinderungen ohne Hindernisse gelten müssen.

Menschen mit Behinderungen müssen die gleichen Möglichkeiten im Leben haben, wie Menschen ohne Behinderungen und ihr Leben selbstbestimmt leben können. Als Beispiel für eine Barriere führt sie auch Vorurteile an, also eine soziale Barriere. Eine Welt ohne Hindernisse helfe allen Menschen, Müttern und Vätern mit Kleinkindern, alten Menschen, Menschen mit Behinderungen.

Thementische zeigten konkrete Vorschläge für Barrierefreiheit auf

In vier Themen-Tischen zu den Bereichen Wohnen, Gesundheits-Versorgung, Information und Kultur- und Freizeitangebote, erarbeiteten die TeilnehmerInnen an der 3. öffentlichen Sitzung des NÖ Monitoring-Ausschusses konkrete Vorschläge für einen Abbau von Hindernissen. An jedem Tisch waren Mitglieder des Monitoring-Ausschusses für die Moderation im Einsatz.

Konkrete Ergebnisse der Themen-Tische waren zum Beispiel die Forderung nach einem optischen Melder für Menschen mit Hörbeeinträchtigungen, Schulungen von Gesundheitspersonal mit und durch SelbstvertreterInnen, verstärkte Kostenübernahme von Gebärdensprach-DolmetscherInnen, mehr Informationen über Ausbildungsmöglichkeiten, leichter bedienbare Fahrkartenautomaten im öffentlichen Verkehr, bessere Information über Barrierefreiheit im Kultur- und Freizeitbereich, Sensibilisierung der BetreiberInnen von Gaststätten und Beherbergungsbetrieben für Barrierefreiheit.

In der anschließenden Diskussion versprach die Vorsitzende des NÖ Monitoring-Ausschusses, Dr.in Christine Rosenbach, dass sich der Ausschuss weiterhin für umfassende Barrierefreiheit einsetzt. Schwerpunkte sind auch weiterhin inklusive Bildung und eine Bauordnung, die Barrierefreiheit vorschreibt. Die Ergebnisse der öffentlichen Sitzung werden jedenfalls in die weitere Arbeit des NÖ Monitoring-Ausschusses einfließen.

Alle Fotos: Xaver Lahmer

Bundes-Behindertenanwalt Dr. Hansjörg Hofer
DDr.in Ursula Naue, Universität Wien
Präsentation der Thementische
Die 3. öffentliche Sitzung fand im großen Saal des Bildungshauses St. Hippolyt in St. Pölten statt.

 

3. öffentliche Sitzung des NÖ Monitoringausschusses am 30. Mai 2018

Ältere Frau und Rollstuhl

Einladung zur 3. öffentlichen Sitzung des NÖ Monitoringausschusses

am Mittwoch, den 30. Mai 2018, 09.00 – 13.00 Uhr
im Bildungshaus St. Hippolyt, Eybnerstraße 5, 3100 St. Pölten

Thema: „Barrierefreiheit im umfassenden Sinn“

Programm:

08.30 Uhr   Einlass

09.00 Uhr   Begrüßung Vorsitzende Dr.in Christine Rosenbach

09.15 Uhr   „Wichtige Anliegen aus Sicht des Bundes-Behindertenanwaltes“
Dr. Hansjörg Hofer, Bundes-Behindertenanwalt

09.45 Uhr   „Artikel 9 der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen: Barrieren (Hindernisse) be-hindern Menschen!“
DDr.in Ursula NAUE, Universität Wien

10.15 Uhr   Bericht NÖ Monitoringausschuss

10.30 Uhr   Pause

10.45 Uhr   Themen-Tische zur Barrierefreiheit

11.45 Uhr   Vorstellung der Ergebnisse der Thementische und   Diskussion

13.00 Uhr   Abschluss

Moderation: Dr.in Sabine Hilbert

Barrierefreiheit:
Die Sitzung ist barrierefrei zugänglich.
Es gibt eine Übersetzung in Gebärdensprache.
Eine Induktionsanlage ist vorhanden.

Anreise/Parken
Das Bildungshaus befindet sich in unmittelbarer Nähe (ca. 5 – 10 Gehminuten) des St. Pöltner Hauptbahnhofs.
Während des Aufenthalts im Bildungshaus steht die hauseigene Tiefgarage mit 115 Stellplätzen (davon zwei behindertengerechte Parkplätze) zur Verfügung. Die Einfahrt liegt direkt neben dem Haupteingang in der Eybnerstraße. Eine Ausfahrt kostet, unabhängig von der Parkdauer, € 1,50.

Achtung – bitte anmelden!

Da die Zahl der Sitzplätze beschränkt ist, ist eine Anmeldung erforderlich.
Die Anmeldungen werden nach dem Datum ihres Einlangens gereiht.

Daher bitte möglichst rasch, bis spätestens 23. Mai 2018
mit dem Anmeldeformular anmelden. Link zum Anmeldeformular!
Die Anmeldung ist per E-Mail, Fax oder Post möglich.

Dr.in Christine Rosenbach
Vorsitzende des NÖ Monitoringausschusses

 

NÖ Monitoringausschuss
Tor zum Landhaus, Rennbahnstraße 29, Stiege B
3109 St. Pölten
Tel.: 02742/9005 16212 od. 16217
E-Mail: POST.GBB@noel.gv.at 
www.noe.gv.at/monitoringausschuss

NÖ Urlaubszuschuss unterstützt und entlastet pflegende Angehörige

Blick von Maria Taferl auf die Donau

Rund 100.000 Menschen sind in Niederösterreich pflegebedürftig, der Großteil von ihnen wird von den Angehörigen betreut. Gönnen sich pflegende Angehörige selbst eine Auszeit, ist das keineswegs egoistisch, sondern vorausschauend. Jeder Mensch braucht Urlaub, eine Auszeit vom Alltag. Besonders für Pflegende sind Erholungsphasen wichtig, damit sie sich nicht verausgaben und wieder Kraft schöpfen können. Dazu ist der Urlaubszuschuss für pflegende Angehörige des Landes Niederösterreich da.

Gefördert werden Personen, die Pflegebedürftige, die mindestens Pflegegeld der Stufe 3 beziehen, als Hauptpflegeperson betreuen, wenn sie in Österreich ihren Urlaub (auch ohne Pflegebedürftige) verbringen. Die Aktion kann pro Person und Jahr einmal in Anspruch genommen werden – unabhängig von den Kosten und der Dauer des Urlaubs. Der Urlaubszuschuss für pflegende Angehörige wurde mit 1. März 2018 erhöht und beträgt jetzt 175 Euro für einen Urlaub in Österreich und 225 Euro für einen Urlaub in Niederösterreich.

Um pflegende Angehörige zu entlasten, auch in Kombination mit dem NÖ Urlaubszuschuss, gibt es in allen NÖ Pflege- und Betreuungszentren und in den meisten Häusern privater Träger die Möglichkeit der vom Land Niederösterreich geförderten Tages- und Kurzzeitpflege. Dabei können die Pflegebedürftigen tageweise oder bis zu sechs Wochen in einem Pflegezentrum betreut werden.

Für Menschen, die tagsüber Hilfe und Pflege benötigen und Abwechslung und Geselligkeit schätzen, ist die Tagespflege das richtige Angebot. Eine andere Möglichkeit ist die Kurzzeit- oder Urlaubspflege. Sie dient zur Überbrückung von Zeiten, in denen ein pflegendes Familienmitglied verhindert ist, zum Beispiel Urlaub macht, krank ist oder einfach Auszeit braucht.

Über alle Fragen zu Pflege und Betreuung und den NÖ Urlaubszuschuss gibt die NÖ Pflegehotline unter 02742/9005-9095 Auskunft: Montag bis Freitag, von 8 bis 16 Uhr, oder per Mail unter post.pflegehotline@noel.gv.at.

Internet: http://www.noe.gv.at/noe/Pflege/Urlaubsaktion_fuer_Pflegende_Angehoerige.html

Quelle: NÖ Landeskorrespondenz und www.noe.gv.at