9. NÖ Selbsthilfe-Landeskonferenz zeichnet mehr als 100 Selbsthilfegruppen aus

Der Dachverband NÖ Selbsthilfe (DV-NÖSH) hat Ende November 2017 seine 9. Landeskonferenz im Bildungshaus St. Hippolyt in St. Pölten abgehalten.

„In schweren Lebenssituationen brauchen Betroffene und Angehörige Menschen, die sie begleiten und unterstützen. Rund 400 Selbsthilfegruppen in Niederösterreich bieten dafür ein unerlässliches ehrenamtliches Hilfenetz. Daher fördern wir die wichtige Arbeit des Dachverbandes sowie zahlreiche Maßnahmen direkt in den Selbsthilfegruppen. Danke an alle, die sich ehrenamtlich für die Gesundheit ihrer Mitmenschen in der Selbsthilfe engagieren“, so NÖGUS-Vorsitzender Landesrat Ludwig Schleritzko.

Auch KR Michael Pap, 2. Obmann-Stellvertreter der NÖGKK, lobte das Engagement rund um die Selbsthilfe: „Sie alle leisten einen außergewöhnlichen Beitrag im Gesundheitswesen. Wir sind seit 2001 Partner der Selbsthilfe und unterstützen diese seit 2005 bei den jährlichen Stammtischen sowie bei dieser Landeskonferenz. Diese Unterstützung werden wir gerne auch in den kommenden Jahren weiterführen.“

„Wir konnten in den vergangenen Monaten den Bogen von der Emotionalität zur Professionalität spannen. Dazu zählen auch neue Kooperationspartner – unter anderem der Verein Travel with doc, die Initiative ‚Tutgut!’, der KOBV und der Club 81“, berichtete Ronald Söllner, Vorstands-Vorsitzender des DV-NÖSH.

Ehrungen für 106 Gruppen

Im Rahmen dieser Konferenz wurden in Summe 106 langjährig bestehende Selbsthilfegruppen geehrt. In Ihnen engagieren sich rund 39.000 aktiv und inaktiv Betroffene seit Jahrzehnten für Menschen in besonderen Lebenslagen. Als Dankeschön gab es für jede Gruppe neben einer Urkunde das neue Dachverbandlogo – zwei nach oben geöffnete Hände mit Flamme – als künstlerisch gestaltete Holzfigur. Diese wurde als Gemeinschaftsprojekt von der Emmausgemeinschaft St. Pölten und der GW St. Pölten kreiert.

Josef Schoisengeyer, der zu den Mitgliedern des NÖ Monitoringausschusses (NÖ MTA) zählt, durfte sich mit seinem „Club 81 St. Pölten – Club für Behinderte und Nichtbehinderte“ über eine Auszeichnung für 35-jähriges Bestehen freuen. Damit zählte er bei dieser Landeskonferenz zu jenen fünf Gruppen, die sich schon seit mehr als drei Jahrzehnten – eine Gruppe sogar seit 70 (!) Jahren – auf besondere Weise um ihre Mitmenschen bemühen. Diese langjährige Erfahrung bringt Josef Schoisengeyer auch in den NÖ MTA mit ein und trägt auf diese Weise, wie viele andere ehrenamtlich Tätige in der Selbsthilfe, zur Verbesserung der Lebensbedingungen von Menschen mit Behinderung bei.

Alle NÖ Kliniken sind selbsthilfefreundlich

Wesentlich für die Selbsthilfe ist seit Jahrzehnten die Zusammenarbeit mit den NÖ Universitäts- und Landeskliniken. „Mit dem Gütesiegel ‚Selbsthilfefreundliches Krankenhaus‘ wollen wir die gute Zusammenarbeit zwischen den NÖ Kliniken und Selbsthilfegruppen vor dem Vorhang holen und uns für dieses großartige Engagement für Menschen in Niederösterreich bedanken“, betonte Landesrat Schleritzko. Seit 2014 sind ALLE NÖ Kliniken als „selbsthilfefreundlich“ zertifiziert.

„In regelmäßigen Abständen – in diesem Fall nach vier Jahren – fragen wir nach, wie die Zusammenarbeit funktioniert. Leiterinnen und Leiter von Selbsthilfegruppen geben dazu ebenso ein Statement ab wie Selbsthilfepartnerinnen und -partner vor Ort in den Kliniken “, so Söllner. Aufgrund der positiven Rückmeldungen wurde an diesem Nachmittag an VertreterInnen der Landeskliniken Amstetten, Hochegg, Melk, Waidhofen a.d. Ybbs und Wiener Neustadt sowie die Universitätskliniken Krems und St. Pölten die RE-Zertifizierungs-Urkunde überreicht. „Dies zeichnet sie für weitere fünf Jahre als ‚selbsthilfefreundlich’ aus. Wir danken ihnen für die Unterstützung unserer Selbsthilfegruppen in vielen Bereichen“, meinte Söllner gemeinsam mit LR Schleritzko bei der Verleihung.

Rahmenprogramm Musik und Kabarett

Durch das Programm führte Mag. Birgit Brunner, ORF NÖ. Eine Abordnung der Musikschule der Landeshauptstadt St. Pölten unter Leitung von Charly Moser kümmerte sich mit Gitarrenklängen und Gesang um das musikalische Rahmenprogramm. Zum Abschluss brachte das Medizinkabarett mit „Peter & Tekal“ die Lachmuskeln der knapp 200 Gäste zum Tanzen. „Ein wunderschöner Nachmittag“, resümierte eine Gruppenleiterin – und sprach damit wohl vielen TeilnehmerInnen aus der Seele – unter Ihnen auch wHR Mag.a Elfriede Riesinger (NÖGUS-GF), Dr.in Christine Rosenbach (NÖ Gleichbehandlungsbeauftragte und Vorsitzende des NÖ Monitoringausschusses), Andreas Mühlbauer (Behindertenvertrauensperson NÖ Landesdienst) und Christian Kysela (NÖGKK),

Mehr Informationen über die Arbeit im Dachverband NÖ Selbsthilfe gibt es auf www.selbsthilfenoe.at

Fotos: © Andreas Kraus und Xaver Lahmer

KR Michael Pap (NÖGKK), Mag. Dr. Bernhard Kadlec (Uniklinikum St. Pölten), wHR Mag. Elfriede Riesinger (NÖGUS), Landesrat Schleritzko und Ronald Söllner (DV-NÖSH, stehend) gratulierten Josef Schoisengeyer zum 35-jährigen Bestehen des Club 81 St. Pölten - Club für Behinderte und Nichtbehinderte
KR Michael Pap (NÖGKK), Mag. Dr. Bernhard Kadlec (Uniklinikum St. Pölten), wHR Mag. Elfriede Riesinger (NÖGUS), Landesrat Schleritzko und Ronald Söllner (DV-NÖSH, stehend) gratulierten Josef Schoisengeyer zum 35-jährigen Bestehen des Club 81 St. Pölten – Club für Behinderte und Nichtbehinderte
Musikdarbietung bei der 9. Landeskonferenz Selbsthilfe NÖ
Musikdarbietung bei der 9. Landeskonferenz Selbsthilfe NÖ
Kabarett bei der 9. Landeskonferenz Selbsthilfe NÖ
Kabarett bei der 9. Landeskonferenz Selbsthilfe NÖ

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