Der Tätigkeitsbericht 2017 ist da!

Die Mitglieder des NÖ Monitoring-Ausschusses

Im Juni 2018 veröffentlichte der NÖ Monitoring-Ausschuss seinen vierten Tätigkeitsbericht. Der Bericht behandelt das Jahr 2017.

Im Jahr 2017 fanden fünf Sitzungen des Monitoring-Ausschusses statt. In den Sitzungen hat sich der Monitoring-Ausschuss unter anderem mit der Inklusiven Bildung in Niederösterreich beschäftigt. Am 6. April 2017 hat er dazu eine Empfehlung beschlossen, die im Internet heruntergeladen werden kann: „Inklusive Bildung“. In dieser Empfehlung verlangt der NÖ Monitoring-Ausschuss die Erstellung eines Inklusionsfahrplanes zur Umsetzung aller Prinzipien der UN-Behindertenrechtskonvention im Bildungsbereich in NÖ.

Der Monitoring-Ausschuss hat sich auch mit dem Thema „Barrierefreiheit im umfassenden Sinn“ sowie mit der 3. öffentlichen Sitzung (2018) beschäftigt.

Im Tätigkeitsbericht 2017 finden sich auch die Grundlagen der Arbeit des NÖ Monitoring-Ausschusses. Das sind die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen und das NÖ Monitoringgesetz. Das NÖ Monitoringgesetz ist 2013 in Kraft getreten. Mit diesem Gesetz wurde der NÖ Monitoringausschuss geschaffen; seine Aufgaben sind die Förderung und Überwachung der UN-Behindertenrechtskonvention in Niederösterreich.

Wenn die Rechte von Menschen mit Behinderungen betroffen sind, kann der Monitoring-Ausschuss Empfehlungen und Stellungnahmen an die NÖ Landesregierung abgeben. Der Monitoring-Ausschuss tut dies besonders im Begutachtungsverfahren von Landesgesetzen und Verordnungen. Im Jahr 2017 wurden 16 Gesetzes- und Verordnungsentwürfe begutachtet und zwei ausführliche Stellungnahmen abgegeben. (Link zu den Stellungnahmen des NÖ Monitoring-Ausschusses)

Der Tätigkeitsbericht für das Jahr 2017 ist als pdf verfügbar: Link für das Herunterladen.

Fototext: Die Mitglieder und Ersatzmitglieder des NÖ Monitoring-Ausschusses (Mai 2018). (Foto: Xaver Lahmer)

NÖ Landesverein 0>Handicap unterstützt Menschen mit Behinderungen

Der Verein 0>Handicap, mit Sitz in St. Pölten, leistet einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Beschäftigungssituation von Menschen mit Behinderungen. So konnten heuer bereits 30 Menschen mit Behinderungen im Rahmen des „Gemeinnützigen Beschäftigungsprojektes“ und des Projektes „Qualifizierung“ in ganz NÖ in den Arbeitsmarkt integriert werden.

Im Rahmen dieser Beschäftigungsprojekte werden die Teilnehmer/innen (Menschen mit physischen, psychischen, kognitiven Behinderungen sowie Menschen mit Sinnesbehinderungen ) befristet zwischen 12 und 36 Monate beim Verein angestellt – gearbeitet wird jedoch in der NÖ Landesverwaltung und in Betrieben der freien Wirtschaft. Berücksichtigt werden hierbei Kriterien wie zum Beispiel Qualifikation, bisherige Berufserfahrung oder Mobilität der Bewerber/innen, sowie Beschäftigungsmöglichkeiten in der jeweiligen Region. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen werden während der gesamten Projektdauer sozialpädagogisch betreut. Ziel der Projekte ist eine fixe Anstellung bei einem Betrieb oder eine Übernahme durch das Land NÖ.

Für eine Anstellung über den Verein 0>Handicap müssen bestimmte Voraussetzungen vorliegen. Zum einen sollten die Bewerber/innen arbeitslos beziehungsweise arbeitssuchend gemeldet sein, zum anderen muss ein Grad der Behinderung von mindestens 50 % vorliegen.

Seit der Vereinsgründung 2001 konnten bereits 450 Menschen mit Behinderungen erfolgreich in den 1. Arbeitsmarkt integriert werden.

 

Bei Interesse kontaktieren Sie

Verein 0>Handicap

NÖ Landesverein zur Schaffung von Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen mit besonderen Bedürfnissen

Landhausboulevard Top 30

3109 St. Pölten

02742/24688 od. 24686

office@0handicap.at

www.0handicap.at

Ein Leben ohne Hindernisse muss möglich sein

NÖ Monitoring-Ausschuss tritt für die Rechte von Menschen mit Behinderungen ein

Am 30. Mai 2018 fand in St. Pölten die dritte öffentliche Sitzung des NÖ Monitoring-Ausschusses statt. Der Ausschuss ist eine unabhängige und weisungsfreie Einrichtung. Er überwacht die Einhaltung der Menschenrechte von Menschen mit Behinderungen durch die öffentliche Verwaltung in Niederösterreich. Grundlage seiner Arbeit ist die UN Behindertenrechtskonvention, die in Österreich 2008 in Kraft getreten ist. Das Thema der Sitzung war „Barrierefreiheit im umfassenden Sinn“. Nach zwei Fachreferaten erarbeiteten die rund 110 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Thementischen Vorschläge für den Abbau von Barrieren.

Bundes-Behindertenanwalt nimmt erstmals teil

An der öffentlichen Sitzung nahmen Selbstvertreterinnen und Selbstvertreter, Interessierte und Fachleute teil. Erstmals referierte der Behindertenanwalt des Bundes, Dr. Hansjörg Hofer, vor dem NÖ Monitoringausschuss. Bildung, Beschäftigung, Barrieren und Bewusstseinsbildung waren die Bereiche, die der Anwalt für Gleichstellungsfragen für Menschen mit Behinderung konkret behandelte. So wies er darauf hin, dass „Inklusionsschulen“ statt Sonderschulen nötig wären. Im Bereich „Beschäftigung“ trat Dr. Hofer für eine Umwandlung der „Strafe“ Ausgleichstaxe zu einem Belohnungssystem, zum Beispiel durch eine Reduktion der Lohnnebenkosten, ein. Menschen, die in Werkstätten beschäftigt werden, bekommen nur ein Taschengeld. Wichtig wäre eine wirkliche Entlohnung mit eigenständiger Sozialversicherung.

Zur Forderung nach Barrierefreiheit erinnerte Dr. Hofer daran, dass es dabei nicht nur um räumliche Dimensionen, etwa Rampen statt Stiegen, gehe. Barrierefreiheit erfordert zum Beispiel auch eine leichte Sprache, also leicht verständliche Texte, damit komplizierte Sachverhalte von allen verstanden werden können. Die größte Barriere ortet der Bundesbehindertenanwalt leider noch immer in den Köpfen der Menschen.

Expertin mahnt Selbstbestimmung und Inklusion ohne Hindernisse ein

DDr.in Ursula Naue vom Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien erläuterte in der öffentlichen Sitzung den Artikel 9 der UN Behindertenrechtskonvention. In diesem Artikel wird festgelegt, dass die Menschenrechte für Menschen mit Behinderungen ohne Hindernisse gelten müssen.

Menschen mit Behinderungen müssen die gleichen Möglichkeiten im Leben haben, wie Menschen ohne Behinderungen und ihr Leben selbstbestimmt leben können. Als Beispiel für eine Barriere führt sie auch Vorurteile an, also eine soziale Barriere. Eine Welt ohne Hindernisse helfe allen Menschen, Müttern und Vätern mit Kleinkindern, alten Menschen, Menschen mit Behinderungen.

Thementische zeigten konkrete Vorschläge für Barrierefreiheit auf

In vier Themen-Tischen zu den Bereichen Wohnen, Gesundheits-Versorgung, Information und Kultur- und Freizeitangebote, erarbeiteten die TeilnehmerInnen an der 3. öffentlichen Sitzung des NÖ Monitoring-Ausschusses konkrete Vorschläge für einen Abbau von Hindernissen. An jedem Tisch waren Mitglieder des Monitoring-Ausschusses für die Moderation im Einsatz.

Konkrete Ergebnisse der Themen-Tische waren zum Beispiel die Forderung nach einem optischen Melder für Menschen mit Hörbeeinträchtigungen, Schulungen von Gesundheitspersonal mit und durch SelbstvertreterInnen, verstärkte Kostenübernahme von Gebärdensprach-DolmetscherInnen, mehr Informationen über Ausbildungsmöglichkeiten, leichter bedienbare Fahrkartenautomaten im öffentlichen Verkehr, bessere Information über Barrierefreiheit im Kultur- und Freizeitbereich, Sensibilisierung der BetreiberInnen von Gaststätten und Beherbergungsbetrieben für Barrierefreiheit.

In der anschließenden Diskussion versprach die Vorsitzende des NÖ Monitoring-Ausschusses, Dr.in Christine Rosenbach, dass sich der Ausschuss weiterhin für umfassende Barrierefreiheit einsetzt. Schwerpunkte sind auch weiterhin inklusive Bildung und eine Bauordnung, die Barrierefreiheit vorschreibt. Die Ergebnisse der öffentlichen Sitzung werden jedenfalls in die weitere Arbeit des NÖ Monitoring-Ausschusses einfließen.

Alle Fotos: Xaver Lahmer

Bundes-Behindertenanwalt Dr. Hansjörg Hofer
DDr.in Ursula Naue, Universität Wien
Präsentation der Thementische
Die 3. öffentliche Sitzung fand im großen Saal des Bildungshauses St. Hippolyt in St. Pölten statt.

 

3. öffentliche Sitzung des NÖ Monitoringausschusses am 30. Mai 2018

Ältere Frau und Rollstuhl

Einladung zur 3. öffentlichen Sitzung des NÖ Monitoringausschusses

am Mittwoch, den 30. Mai 2018, 09.00 – 13.00 Uhr
im Bildungshaus St. Hippolyt, Eybnerstraße 5, 3100 St. Pölten

Thema: „Barrierefreiheit im umfassenden Sinn“

Programm:

08.30 Uhr   Einlass

09.00 Uhr   Begrüßung Vorsitzende Dr.in Christine Rosenbach

09.15 Uhr   „Wichtige Anliegen aus Sicht des Bundes-Behindertenanwaltes“
Dr. Hansjörg Hofer, Bundes-Behindertenanwalt

09.45 Uhr   „Artikel 9 der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen: Barrieren (Hindernisse) be-hindern Menschen!“
DDr.in Ursula NAUE, Universität Wien

10.15 Uhr   Bericht NÖ Monitoringausschuss

10.30 Uhr   Pause

10.45 Uhr   Themen-Tische zur Barrierefreiheit

11.45 Uhr   Vorstellung der Ergebnisse der Thementische und   Diskussion

13.00 Uhr   Abschluss

Moderation: Dr.in Sabine Hilbert

Barrierefreiheit:
Die Sitzung ist barrierefrei zugänglich.
Es gibt eine Übersetzung in Gebärdensprache.
Eine Induktionsanlage ist vorhanden.

Anreise/Parken
Das Bildungshaus befindet sich in unmittelbarer Nähe (ca. 5 – 10 Gehminuten) des St. Pöltner Hauptbahnhofs.
Während des Aufenthalts im Bildungshaus steht die hauseigene Tiefgarage mit 115 Stellplätzen (davon zwei behindertengerechte Parkplätze) zur Verfügung. Die Einfahrt liegt direkt neben dem Haupteingang in der Eybnerstraße. Eine Ausfahrt kostet, unabhängig von der Parkdauer, € 1,50.

Achtung – bitte anmelden!

Da die Zahl der Sitzplätze beschränkt ist, ist eine Anmeldung erforderlich.
Die Anmeldungen werden nach dem Datum ihres Einlangens gereiht.

Daher bitte möglichst rasch, bis spätestens 23. Mai 2018
mit dem Anmeldeformular anmelden. Link zum Anmeldeformular!
Die Anmeldung ist per E-Mail, Fax oder Post möglich.

Dr.in Christine Rosenbach
Vorsitzende des NÖ Monitoringausschusses

 

NÖ Monitoringausschuss
Tor zum Landhaus, Rennbahnstraße 29, Stiege B
3109 St. Pölten
Tel.: 02742/9005 16212 od. 16217
E-Mail: POST.GBB@noel.gv.at 
www.noe.gv.at/monitoringausschuss

NÖ Urlaubszuschuss unterstützt und entlastet pflegende Angehörige

Blick von Maria Taferl auf die Donau

Rund 100.000 Menschen sind in Niederösterreich pflegebedürftig, der Großteil von ihnen wird von den Angehörigen betreut. Gönnen sich pflegende Angehörige selbst eine Auszeit, ist das keineswegs egoistisch, sondern vorausschauend. Jeder Mensch braucht Urlaub, eine Auszeit vom Alltag. Besonders für Pflegende sind Erholungsphasen wichtig, damit sie sich nicht verausgaben und wieder Kraft schöpfen können. Dazu ist der Urlaubszuschuss für pflegende Angehörige des Landes Niederösterreich da.

Gefördert werden Personen, die Pflegebedürftige, die mindestens Pflegegeld der Stufe 3 beziehen, als Hauptpflegeperson betreuen, wenn sie in Österreich ihren Urlaub (auch ohne Pflegebedürftige) verbringen. Die Aktion kann pro Person und Jahr einmal in Anspruch genommen werden – unabhängig von den Kosten und der Dauer des Urlaubs. Der Urlaubszuschuss für pflegende Angehörige wurde mit 1. März 2018 erhöht und beträgt jetzt 175 Euro für einen Urlaub in Österreich und 225 Euro für einen Urlaub in Niederösterreich.

Um pflegende Angehörige zu entlasten, auch in Kombination mit dem NÖ Urlaubszuschuss, gibt es in allen NÖ Pflege- und Betreuungszentren und in den meisten Häusern privater Träger die Möglichkeit der vom Land Niederösterreich geförderten Tages- und Kurzzeitpflege. Dabei können die Pflegebedürftigen tageweise oder bis zu sechs Wochen in einem Pflegezentrum betreut werden.

Für Menschen, die tagsüber Hilfe und Pflege benötigen und Abwechslung und Geselligkeit schätzen, ist die Tagespflege das richtige Angebot. Eine andere Möglichkeit ist die Kurzzeit- oder Urlaubspflege. Sie dient zur Überbrückung von Zeiten, in denen ein pflegendes Familienmitglied verhindert ist, zum Beispiel Urlaub macht, krank ist oder einfach Auszeit braucht.

Über alle Fragen zu Pflege und Betreuung und den NÖ Urlaubszuschuss gibt die NÖ Pflegehotline unter 02742/9005-9095 Auskunft: Montag bis Freitag, von 8 bis 16 Uhr, oder per Mail unter post.pflegehotline@noel.gv.at.

Internet: http://www.noe.gv.at/noe/Pflege/Urlaubsaktion_fuer_Pflegende_Angehoerige.html

Quelle: NÖ Landeskorrespondenz und www.noe.gv.at

Kinder mit Behinderungen: 200.000 Euro für Hilfsmittel für NÖ Kindergarten- und Schulalltag

„Im Jahr 2017 wurden in Niederösterreich Geräte und Softwaretools im Wert von mehr als 200.000 Euro für Schul- und Kindergartenkinder mit Behinderungen zur Bewältigung des Kindergarten- und Schulalltags zur Verfügung gestellt“, zieht Bildungs-Landesrätin Barbara Schwarz Bilanz. Dazu zählten etwa fünf Tafellesesysteme, drei Augensteuerungssysteme, drei Sprachsynthesizer und 36 Spezialsoftwarelösungen (Vergrößerungssoftware, Kommunikationsprogramme, etc.) für Kinder, die nur eingeschränkt oder gar nicht sprechen können. 17 neue Funkübertragungsanlagen erleichtern nun die Kommunikation zwischen Pädagoginnen und Kindern mit Höreinschränkungen. Aber auch Therapiestühle, Leuchten, Halterungen oder spezielle Lesepulte wurden bei Bedarf zur Erleichterung des Schul- bzw. Kindergartenalltags zur Verfügung gestellt.

Das Prozedere funktioniert unbürokratisch und rasch: Das NÖ Medienzentrum kauft diese Geräte an und verleiht sie je nach Bedarf an Gemeinden als Schul- und Kindergartenerhalter. (www.noemedia.at/)

Die 100-prozentige Förderung des Landes Niederösterreich für diese Hilfsmittel erleichtert den Schul- und Kindergartenalltag für die Kinder ebenso wie für die Pädagoginnen und Pädagogen und das Betreuungspersonal in den NÖ Pflichtschulen und in den NÖ Landeskindergärten. Im Zusammenspiel von Familien und Bildungs- und Betreuungseinrichtungen ist es das Ziel, jedes Kind an seine größtmögliche Selbstständigkeit heranzuführen und ihnen gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen. Jedes Kind hat das Recht auf eine seinen individuellen Möglichkeiten entsprechende Bildung, damit es beruflich und sozial seinen Platz finden kann.

Quelle: NÖ Landeskorrespondenz

 

9. NÖ Selbsthilfe-Landeskonferenz zeichnet mehr als 100 Selbsthilfegruppen aus

Der Dachverband NÖ Selbsthilfe (DV-NÖSH) hat Ende November 2017 seine 9. Landeskonferenz im Bildungshaus St. Hippolyt in St. Pölten abgehalten.

„In schweren Lebenssituationen brauchen Betroffene und Angehörige Menschen, die sie begleiten und unterstützen. Rund 400 Selbsthilfegruppen in Niederösterreich bieten dafür ein unerlässliches ehrenamtliches Hilfenetz. Daher fördern wir die wichtige Arbeit des Dachverbandes sowie zahlreiche Maßnahmen direkt in den Selbsthilfegruppen. Danke an alle, die sich ehrenamtlich für die Gesundheit ihrer Mitmenschen in der Selbsthilfe engagieren“, so NÖGUS-Vorsitzender Landesrat Ludwig Schleritzko.

Auch KR Michael Pap, 2. Obmann-Stellvertreter der NÖGKK, lobte das Engagement rund um die Selbsthilfe: „Sie alle leisten einen außergewöhnlichen Beitrag im Gesundheitswesen. Wir sind seit 2001 Partner der Selbsthilfe und unterstützen diese seit 2005 bei den jährlichen Stammtischen sowie bei dieser Landeskonferenz. Diese Unterstützung werden wir gerne auch in den kommenden Jahren weiterführen.“

„Wir konnten in den vergangenen Monaten den Bogen von der Emotionalität zur Professionalität spannen. Dazu zählen auch neue Kooperationspartner – unter anderem der Verein Travel with doc, die Initiative ‚Tutgut!’, der KOBV und der Club 81“, berichtete Ronald Söllner, Vorstands-Vorsitzender des DV-NÖSH.

Ehrungen für 106 Gruppen

Im Rahmen dieser Konferenz wurden in Summe 106 langjährig bestehende Selbsthilfegruppen geehrt. In Ihnen engagieren sich rund 39.000 aktiv und inaktiv Betroffene seit Jahrzehnten für Menschen in besonderen Lebenslagen. Als Dankeschön gab es für jede Gruppe neben einer Urkunde das neue Dachverbandlogo – zwei nach oben geöffnete Hände mit Flamme – als künstlerisch gestaltete Holzfigur. Diese wurde als Gemeinschaftsprojekt von der Emmausgemeinschaft St. Pölten und der GW St. Pölten kreiert.

Josef Schoisengeyer, der zu den Mitgliedern des NÖ Monitoringausschusses (NÖ MTA) zählt, durfte sich mit seinem „Club 81 St. Pölten – Club für Behinderte und Nichtbehinderte“ über eine Auszeichnung für 35-jähriges Bestehen freuen. Damit zählte er bei dieser Landeskonferenz zu jenen fünf Gruppen, die sich schon seit mehr als drei Jahrzehnten – eine Gruppe sogar seit 70 (!) Jahren – auf besondere Weise um ihre Mitmenschen bemühen. Diese langjährige Erfahrung bringt Josef Schoisengeyer auch in den NÖ MTA mit ein und trägt auf diese Weise, wie viele andere ehrenamtlich Tätige in der Selbsthilfe, zur Verbesserung der Lebensbedingungen von Menschen mit Behinderung bei.

Alle NÖ Kliniken sind selbsthilfefreundlich

Wesentlich für die Selbsthilfe ist seit Jahrzehnten die Zusammenarbeit mit den NÖ Universitäts- und Landeskliniken. „Mit dem Gütesiegel ‚Selbsthilfefreundliches Krankenhaus‘ wollen wir die gute Zusammenarbeit zwischen den NÖ Kliniken und Selbsthilfegruppen vor dem Vorhang holen und uns für dieses großartige Engagement für Menschen in Niederösterreich bedanken“, betonte Landesrat Schleritzko. Seit 2014 sind ALLE NÖ Kliniken als „selbsthilfefreundlich“ zertifiziert.

„In regelmäßigen Abständen – in diesem Fall nach vier Jahren – fragen wir nach, wie die Zusammenarbeit funktioniert. Leiterinnen und Leiter von Selbsthilfegruppen geben dazu ebenso ein Statement ab wie Selbsthilfepartnerinnen und -partner vor Ort in den Kliniken “, so Söllner. Aufgrund der positiven Rückmeldungen wurde an diesem Nachmittag an VertreterInnen der Landeskliniken Amstetten, Hochegg, Melk, Waidhofen a.d. Ybbs und Wiener Neustadt sowie die Universitätskliniken Krems und St. Pölten die RE-Zertifizierungs-Urkunde überreicht. „Dies zeichnet sie für weitere fünf Jahre als ‚selbsthilfefreundlich’ aus. Wir danken ihnen für die Unterstützung unserer Selbsthilfegruppen in vielen Bereichen“, meinte Söllner gemeinsam mit LR Schleritzko bei der Verleihung.

Rahmenprogramm Musik und Kabarett

Durch das Programm führte Mag. Birgit Brunner, ORF NÖ. Eine Abordnung der Musikschule der Landeshauptstadt St. Pölten unter Leitung von Charly Moser kümmerte sich mit Gitarrenklängen und Gesang um das musikalische Rahmenprogramm. Zum Abschluss brachte das Medizinkabarett mit „Peter & Tekal“ die Lachmuskeln der knapp 200 Gäste zum Tanzen. „Ein wunderschöner Nachmittag“, resümierte eine Gruppenleiterin – und sprach damit wohl vielen TeilnehmerInnen aus der Seele – unter Ihnen auch wHR Mag.a Elfriede Riesinger (NÖGUS-GF), Dr.in Christine Rosenbach (NÖ Gleichbehandlungsbeauftragte und Vorsitzende des NÖ Monitoringausschusses), Andreas Mühlbauer (Behindertenvertrauensperson NÖ Landesdienst) und Christian Kysela (NÖGKK),

Mehr Informationen über die Arbeit im Dachverband NÖ Selbsthilfe gibt es auf www.selbsthilfenoe.at

Fotos: © Andreas Kraus und Xaver Lahmer

KR Michael Pap (NÖGKK), Mag. Dr. Bernhard Kadlec (Uniklinikum St. Pölten), wHR Mag. Elfriede Riesinger (NÖGUS), Landesrat Schleritzko und Ronald Söllner (DV-NÖSH, stehend) gratulierten Josef Schoisengeyer zum 35-jährigen Bestehen des Club 81 St. Pölten - Club für Behinderte und Nichtbehinderte
KR Michael Pap (NÖGKK), Mag. Dr. Bernhard Kadlec (Uniklinikum St. Pölten), wHR Mag. Elfriede Riesinger (NÖGUS), Landesrat Schleritzko und Ronald Söllner (DV-NÖSH, stehend) gratulierten Josef Schoisengeyer zum 35-jährigen Bestehen des Club 81 St. Pölten – Club für Behinderte und Nichtbehinderte
Musikdarbietung bei der 9. Landeskonferenz Selbsthilfe NÖ
Musikdarbietung bei der 9. Landeskonferenz Selbsthilfe NÖ
Kabarett bei der 9. Landeskonferenz Selbsthilfe NÖ
Kabarett bei der 9. Landeskonferenz Selbsthilfe NÖ

Erfolg für das 1. Inklusive Frühschoppen in St. Pölten

Für einen unterhaltsamen Samstagvormittag sorgten Blogger und YouTuber Martin Habacher und die inklusive Musikband „Hausmusik der Lebenshilfe Hartberg“ am Samstag, den 2. September im „Saal der Begegnung“ in St. Pölten beim 1. Inklusiven Frühschoppen.

Mit dieser gemeinsamen Veranstaltung wollten das Büro für Diversität, die Caritas St. Pölten und der Club 81 St. Pölten alle Menschen willkommen heißen und den gelungenen Besuch einer inklusiven Veranstaltung ermöglichen.

Für das kulinarische Wohl der Gäste sorgte das Cateringunternehmen Bogner aus St. Pölten-Wagram und die Fa. Egger Getränke aus Unterradlberg.

Die Hausmusik der Lebenshilfe Hartberg garantierte für Authentizität, Unterhaltung der besonderen Art sowie „an guaden Schmäh“.

Martin Habacher kam mit der Glasknochenkrankheit zur Welt. Seine körperliche Zerbrechlichkeit macht ihn letztendlich zu einer stärkeren Persönlichkeit, als man auf den ersten Blick erwarten würde. Er sorgte auf vehemente und humorvolle Art und Weise dafür, dass Barrieren  – im Alltag und in unseren Köpfen – aufgebrochen werden.

Quelle: Club 81

1. Inklusives Frühschoppen in St. Pölten (Foto z.V.g.)
Martin Habacher
Martin Habacher beim 1. Inklusives Frühschoppen in St. Pölten (Foto z.V.g.)
Hausmusik der Lebenshilfe Hartberg
Hausmusik der Lebenshilfe Hartberg beim 1. Inklusives Frühschoppen in St. Pölten (Foto z.V.g.)

Keine Pflegegeld-Anrechnung als Einkommen bei Mindestsicherung in Niederösterreich

In der Sitzung der Landesregierung am 5. September 2017 wurde die vieldiskutierte Änderung bei der „Verordnung über die Berücksichtigung von Eigenmitteln“ beschlossen. Damit wird zukünftig das Pflegegeld für pflegende Angehörige im Rahmen der Bedarfsorientierten Mindestsicherung nicht mehr als Einkommen angerechnet. „Wir haben die Anrechnung der Eigenmittel in der Verordnung geändert, um die sozial Schwachen zu unterstützen“, so die zuständige Sozial-Landesrätin Mag. Barbara Schwarz.

„Im Sinne einer sozialen Gerechtigkeit und Fairness wird durch die Änderung der Verordnung eine Bestimmung geschaffen, die die Anrechnung des Pflegegeldes eines nahen Angehörigen in einer gemeinsamen Haushalts- oder Wohngemeinschaft bei der Hilfe suchenden Person im Rahmen der Bedarfsorientierten Mindestsicherung als Einkommen vermeidet“, erklärt Schwarz. Man rechnet damit, dass rund 100 Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher von der Neuregelung betroffen sein werden. Die Mehrkosten für das Land Niederösterreich werden sich auf rund 500.000 Euro pro Jahr belaufen.

Link zur neuen Verordnung: https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=LrNO&Gesetzesnummer=20000945

Quelle: Aussendung des Amtes der NÖ Landesregierung / Pressedienst vom 5.9.2017

Foto Mag. Barbara Schwarz
Sozial-Landesrätin Mag. Barbara Schwarz bei der öffentlichen Sitzung des NÖ Monitoringausschusses am 6. Dezember 2016.

Inklusive Bildung – NÖ MTA empfiehlt Erstellung eines Inklusions-Fahrplans für NÖ

 

Die UN Behinderten-Rechts-Konvention (UN BRK) verlangt, dass Menschen mit und ohne Behinderung gleichberechtigt Schulen besuchen können. Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung sollen gemeinsam unterrichtet werden.

Damit alle auch gut lernen können, ist Unterstützung notwendig – so müssen in einer inklusiven Schule zum Beispiel

  • gut ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer unterrichten,
  • die Gebäude barrierefrei sein,
  • für alle passende Schulbücher und andere Lernmittel vorhanden sein, …

 Fast die Hälfte aller Kinder, die Unterstützung beim Schulbesuch brauchen, besuchen in NÖ Sonderschulen. Das kann Nachteile bringen. Kinder mit und ohne Behinderung lernen zu wenig den Umgang miteinander. Das macht es Menschen mit Behinderung später noch schwerer, gleichberechtigt mit anderen an allen Lebensbereichen teilzunehmen. Etliche Kinder mit Behinderung könnten mit passender Unterstützung die Schule wie alle anderen Kinder abschließen; sie würden dann leichter einen Arbeitsplatz finden und sich selbst erhalten können.

Der NÖ Monitoringausschuss hat sich seit 2016 ausführlich mit dem Thema „Inklusive Bildung in NÖ“ beschäftigt. Am 6.Dezember 2016 fand dazu auch eine Öffentliche Sitzung des NÖ Monitoringausschusses statt. Dort sagten viele Selbstvertreterinnen und Selbstvertreter sowie Schulexperten und Schulexpertinnen „Ja“ zu einer inklusiven Schule. 

Der NÖ Monitoringausschuss kann Empfehlungen, die die Rechte von Menschen mit Behinderungen betreffen, gegenüber der NÖ Landesregierung abgeben. 

Am 6. April 2017 hat der NÖ Monitoringausschuss eine Empfehlung beschlossen: Der NÖ Monitoringausschuss fordert die NÖ Landesregierung auf, einen NÖ Inklusions-Fahrplan zu erstellen. 

  • Dieser NÖ Inklusions-Fahrplan soll für alle Schulen und Kindergärten, für die das Land NÖ zuständig ist, gelten. 
  • Dieser Plan soll sagen, bis wann Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam unterrichtet werden können. 
  • Dieser Plan soll auch alle wichtigen Maßnahmen enthalten, damit alle Kinder gut und erfolgreich gemeinsam lernen können. 
  • Menschen mit und ohne Behinderung sollen an diesem Plan mitarbeiten.

Die Empfehlung kann in schwerer Sprache und in einfach verständlicher Sprache heruntergeladen werden.