Literatur-Wettbewerb OHRENSCHMAUS für Menschen mit Lernschwierigkeiten

Foto der Ohrenschmaus Preisverleihung 2016
Preisverleihung 2016 (Foto: www.ohrenschmaus.net)

Ausschreibungsstart für den 11. Literaturpreis Ohrenschmaus: Menschen mit Lernbehinderungen sind auch dieses Jahr wieder eingeladen, ihre selbst verfassten Texte zum Literaturpreis Ohrenschmaus einzureichen. Die Einreichfrist startet bewusst am Welt-DownSyndrom-Tag (21. März) und endet am 15. September 2017.

Erklärtes Ziel des Literaturpreises ist es, mehr lernbehinderte Menschen zum Schreiben zu bewegen, ihnen den Zugang zur Literatur zu ermöglichen und Öffentlichkeit zu bieten. Zudem werden LeserInnen neue Einblicke in das Leben und Denken intellektuell behinderter Menschen ermöglicht.

„Die in den vergangenen zehn Jahren eingereichten Texte eröffnen uns einen anderen Blick auf das Leben und die Welt, regen zum Nachdenken an und lassen einen hin und wieder auch so richtig lachen. Literatur in höchster Form, wie wir sie durch den Literaturpreis weiter fördern möchten“, so Franz-Joseph Huainigg, Ohrenschmaus-Gründer und selbst Autor mehrerer Bücher.

Eine namhafte Jury rund um Felix Mitterer, der Franzobel, Eva Jancak, Heinz Janisch, Ludwig Laher und Barbara Rett angehören, sucht auch dieses Jahr wieder nach herausragenden Texten.

Die ausgezeichneten SchriftstellerInnen werden im Rahmen einer festlichen Preisverleihung am 4. Dezember 2017 im Wiener Museumsquartier geehrt. Es werden drei Hauptpreise mit je 1.000 Euro Siegerprämie vergeben. Jede Textsorte als auch jedes Thema, jeder Inhalt ist willkommen.

Die Einreichfrist endet am 15. September 2017. Weitere Informationen sowie die Ausschreibungskriterien sind online unter http://www.ohrenschmaus.net/mitmachen verfügbar. Eingereicht werden kann ab sofort per Upload auf der Website oder auf dem Postweg an:
Literaturpreis Ohrenschmaus, z.Hd. Evelyn Pammer, Palais Epstein, Dr. Karl-Renner-Ring 1, 1017 Wien.

Hinter dem Literaturpreis Ohrenschmaus steht ein Organisationsteam bestehend aus dem Initiator Franz-Joseph Huainigg mit Evelyn Pammer sowie Vertreter/innen von Caritas, Diakonie, Jugend am Werk, Lebenshilfe und Vienna People First.

 

 

Neues NÖ Antidiskriminierungsgesetz in Kraft getreten: Verbesserungen für Menschen mit Behinderungen

Ein Rollstuhl steht vor einer Stufe (Barriere)
Foto: www.dasdenkeichduesseldorf.wordpress.com / pixelio.de

Der NÖ Monitoringausschuss forderte 2014 in einer Empfehlung (Link zur Empfehlung) eine Überarbeitung des geltenden NÖ Antidiskriminierungsgesetzes aus dem Jahr 2005, weil Menschen mit Behinderungen lediglich in der Arbeitswelt vor Diskriminierungen geschützt sind. Im Herbst 2016 wurde ein Entwurf eines neuen Gesetzes vorgelegt, der vom NÖ Monitoringausschuss begrüßt wurde. Viele unserer Forderungen wurden umgesetzt. Im Rahmen der Begutachtung wurde auch noch auf Grund unseres Hinweises die Verjährungsfristen bei Belästigungen auf einen einheitlichen Zeitraum von einem Jahr festgelegt.

Das neue Antidiskriminierungsgesetz 2017 ist mit 14. März 2017 in Kraft getreten –  es gilt für alle Sachverhalte, die sich ab diesem Tag ereignen. Hier der Link zum Gesetzestext: LGBl. Nr. 24/2017, NÖ Antidiskriminierungsgesetz 2017 (NÖ ADG 2017) .Für frühere Sachverhalte gilt das „alte“ NÖ ADG. Das NÖ ADG 2017 gilt für alle Bereiche, in denen das Land die Kompetenz zur Gesetzgebung hat, vor allem auch für alle Organe des Landes und der Gemeinden.

Das neue Gesetz schützt nun Menschen mit Behinderungen in allen Lebensbereichen, wie etwa Zugang zu und Versorgung mit Gütern und Dienstleistungen, Sozialschutz, soziale Vergünstigungen und Bildung. Ebenso wurden auch die anderen Tatbestände (Geschlecht, Alter, Religion/Weltanschauung und sexuelle Orientierung) in allen Lebensbereichen dem Schutz aus Gründen der Ethnie gleichgestellt. Damit wurden die zentralen Forderungen nach Ausdehnung und Vereinheitlichung des Diskriminierungsschutzes erfüllt.

„Zugangshindernisse und –barrieren“ sind dem neuen Gesetz zufolge nach und nach zu beseitigen, um Menschen mit Behinderungen den Zugang zu Angeboten und Leistungen zu ermöglichen. Diese Verpflichtung besteht allerdings u.a. dann nicht, wenn es wegen des damit verbundenen Aufwandes zu einer unverhältnismäßigen Belastung des jeweiligen Rechtsträgers führen würde. Die erstmalige gesetzliche Normierung eines sukzessiven Abbaus von Barrieren wird vom NÖ Monitoringausschuss ausdrücklich begrüßt, auch wenn der geforderte Etappenplan oder ein subjektiver Rechtsanspruch noch nicht verwirklicht wurden.

BürgerInnen, die sich z.B. durch Landes- oder Gemeindestellen in landesrechtlichen Angelegenheiten diskriminiert fühlen, können sich an die NÖ Antidiskriminierungsstelle wenden. Dort wird beraten, unterstützt und über Antrag auch ein Schlichtungsversuch durchgeführt. Im Diskriminierungsfall gebührt Schadenersatz; nach einem erfolglosen Schlichtungsversuch kann der Schadenersatz im Streitfall bei Gericht eingeklagt werden.

Kontaktadresse NÖ Antidiskriminierungsstelle:

Tel: 02742/9005-16212
E-Mail: post.gbb@noel.gv.at
www.noe.gv.at/gleichbehandlung
3109 St. Pölten, Rennbahnstraße 29 (Tor zum Landhaus), Stg.B, 3.Stock, Zi. 313

 

Hilfsmittel im Kindergarten- und Schulalltag für Kinder mit Behinderungen

Foto einer Situation Augensteuerung
Foto: Tobii AB

Das NÖ Medienzentrum stellt für Kinder mit Sinnesbeeinträchtigung, kommunikativer und körperlicher Behinderung technische bzw. elektronische Hilfsmittel zur Verfügung, die eine Teilnahme am Schulunterricht ermöglichen oder erleichtern. Für die Anschaffungskosten gibt es dazu eine 100-prozentige Förderung über den NÖ Schul- und Kindergartenfonds. Im Jahr 2016 wurden so Geräte und Softwaretools im Wert von rund 92.000 Euro für Schulkinder mit Behinderungen angekauft. Kürzlich wurde die Förderung auch auf Ankäufe von technischen Hilfsmitteln für den Kindergartenbereich in Niederösterreich ausgedehnt.

Für Bildungs-Landesrätin Mag. Barbara Schwarz ist diese Unterstützung des Landes Niederösterreich für die Schul- und Kindergartenerhalter richtig und wichtig: „Es ist unser gemeinsames Ziel, im Zusammenspiel von Familien sowie Bildungs- und Betreuungseinrichtungen jedes Kind an seine größtmögliche Selbstständigkeit heranzuführen und ihm gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen. Jedes Kind hat das Recht auf eine seinen individuellen Möglichkeiten entsprechende Bildung. Daher stellen wir gemeinsam mit den Gemeinden unseren Kindern mit Beeinträchtigungen jene Mittel zur Verfügung, mit denen sie dem pädagogischen Angebot in Kindergärten und Schulen bestmöglich folgen können.“

Zu den benötigten Hilfsmitteln zählen etwa Tafellese- und Augensteuerungssysteme, Vergrößerungssoftware, Screenreader oder Kommunikationsprogramme für Kinder, die nur eingeschränkt oder gar nicht sprechen können. Das NÖ Medienzentrum kauft diese Geräte an und verleiht sie je nach Bedarf an Gemeinden als Schul- und Kindergartenerhalter.

Weitere Info: http://www.noemedia.at

Der Tätigkeitsbericht 2015 ist da

Zwei Mitarbeiterinnen der Kanzlei halten den Bericht 2015 in den Händen.

Diese Seite gibt es auch in einer Leichter-Lesen Version (Link zu einem pdf).

Anfang Mai 2016 veröffentlichte der NÖ Monitoring-Ausschuss seinen zweiten Tätigkeitsbericht. Der Bericht behandelt das Jahr 2015.

Im Jahr 2015 fanden sieben Sitzungen des Monitoring-Ausschusses statt. Darunter war am 2. Dezember 2015 die erste öffentliche Sitzung in St. Pölten. In den Sitzungen hat sich der Monitoring-Ausschuss unter anderem mit der Veröffentlichung eines Informationsfolders beschäftig. Er hat auch eine  Stellungnahme zur Barrierefreiheit beschlossen und die öffentliche Sitzung vorbereitet.

Im Tätigkeitsbericht 2015 finden sich auch die Grundlagen der Arbeit des NÖ Monitoring-Ausschusses. Das ist die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen und das NÖ Monitoringgesetz. Das NÖ Monitoringgesetz ist 2013 in Kraft getreten. Mit dem Gesetz wurde die landesrechtliche Einrichtung zur Förderung und Überwachung der UN-Behindertenrechtskonvention in Niederösterreich geschaffen.

Wenn die Rechte von Menschen mit Behinderungen betroffen sind, kann der Monitoring-Ausschuss Empfehlungen und Stellungnahmen abgeben. Der Monitoring-Ausschuss tut dies besonders im Begutachtungsverfahren von Landesgesetzen und Verordnungen. Im Jahr 2015 wurden 14 Gesetzes- und Verordnungsentwürfe begutachtet und zwei Stellungnahmen abgegeben.

Der Tätigkeitsbericht für das Jahr 2015 ist als pdf verfügbar: mta-bericht-2015-mit-ll-final

1. öffentliche Sitzung des NÖ Monitoringausschusses 2.12.2015

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Am 2. Dezember 2015 fand die erste öffentliche Sitzung des NÖ Monitoringausschusses im Forum der NÖ Versicherung in St. Pölten statt.

Die erste öffentliche Sitzung stand unter dem Motto Inklusiv leben“.

Der NÖ Monitoringausschuss ist eine unabhängige und weisungsfreie Einrichtung. Der Ausschuss überwacht und fördert die Umsetzung der UN-Konvention für die Rechte von Menschen mit Behinderungen in Niederösterreich. Er besteht aus 14 Fachleuten, die aus den Bereichen der Selbstvertreterinnen und Selbstvertreter, von diversen Organisationen und aus der Wissenschaft kommen.

Gruppenbild der Mitglieder des NÖ MTA sowie Landesrätin Mag.a Barbara Schwarz
Die Mitglieder des NÖ Monitoringausschusses sowie Landesrätin Mag.a Barbara Schwarz

Die Vorsitzende des NÖ Monitoringausschusses, Dr.in Christine Rosenbach, konnte rund 130 Gäste begrüßen. Darunter war auch die zuständige Soziallandesrätin Mag.a Barbara Schwarz, sowie viele Selbstvertreterinnen und Selbstvertreter. Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Organisationen für Menschen mit Behinderungen waren ebenfalls anwesend.

Die COMBO INKLUSIV begrüßte die Gäste musikalisch
Die COMBO INKLUSIV

Die „COMBO INKLUSIV“ begrüßte die Gäste musikalisch. Diese Musikband aus dem Bezirk Korneuburg steht unter der Leitung von Johannes Hofer. In dieser Band musizieren gemeinsam Menschen mit Behinderung und Menschen ohne Behinderung.

Drei Personen mit und ohne Behinderung moderierten die Sitzung und begleiteten gemeinsam durch den Vormittag – Frau Dr.in Sabine Hilbert, Herr Josef Heinz und Herr Ronny Pfennigbauer.

In Beiträgen wurden die Aufgaben und der erste Bericht des NÖ Monitoringausschusses 2014 präsentiert.

Alle 14 Mitglieder des Ausschusses stellten sich in Form von Interviews mit ihren Zielen und Schwerpunkten vor. Ihre Ausführungen zeigten ihre umfassende fachliche und persönliche Kompetenz.

Herr Andreas Nastl beschrieb im Impulsvortrag auf ernste und gleichzeitig auch sehr launige Weise sein inklusives Leben. Er ist Landesbediensteter, Stadtrat in Langenlois und engagierter Autor. Frau Sandra Hermann organisierte und betreute den Büchertisch mit seinen Büchern. Anschließend wurden fünf Inklusions-Projekte aus Niederösterreich in Form von „Blitzlichtern“ (kurzen Beiträgen) vorgestellt:

  • IST-Mobil aus dem Bezirk Korneuburg (ein besonderer Fahrtendienst)
  • MIA – Med-Inklusions-Ambulanz im Landesklinikum Melk für Menschen mit Lernschwierigkeiten
  • Projekt EX-IN: Psychiatrieerfahrene als „ExpertInnen durch Erfahrung“
  • Verein 0>Handicap: Erfahrungen mit erfolgreicher Inklusion am Arbeitsmarkt
  • Aktion des Club 81: Begehungen zur Barrierefreiheit in St.PöltenEin wichtiger Teil der öffentlichen Sitzung war die abschließende Diskussions- und Anfragerunde. Zahlreiche Wortmeldungen aus dem Publikum zeigten das starke Interesse. Die angesprochenen Themen werden in der zukünftigen Arbeit des NÖ Monitoringausschusses berücksichtigt.

Weitere Informationen über diese öffentliche Sitzung (Folien, Informationsblätter der Blitzlichter, eine Zusammenfassung der Anregungen aus dem Publikum) sind auf der Homepage des NÖ Monitoringausschusses abrufbar (http://www.noe.gv.at/monitoringausschuss).

Ein wichtiger Teil der öffentlichen Sitzung war die abschließende Diskussions- und Anfragerunde. Zahlreiche Wortmeldungen aus dem Publikum zeigten das starke Interesse. Die angesprochenen Themen werden in der zukünftigen Arbeit des NÖ Monitoringausschusses berücksichtigt.