Erfolg für das 1. Inklusive Frühschoppen in St. Pölten

Für einen unterhaltsamen Samstagvormittag sorgten Blogger und YouTuber Martin Habacher und die inklusive Musikband „Hausmusik der Lebenshilfe Hartberg“ am Samstag, den 2. September im „Saal der Begegnung“ in St. Pölten beim 1. Inklusiven Frühschoppen.

Mit dieser gemeinsamen Veranstaltung wollten das Büro für Diversität, die Caritas St. Pölten und der Club 81 St. Pölten alle Menschen willkommen heißen und den gelungenen Besuch einer inklusiven Veranstaltung ermöglichen.

Für das kulinarische Wohl der Gäste sorgte das Cateringunternehmen Bogner aus St. Pölten-Wagram und die Fa. Egger Getränke aus Unterradlberg.

Die Hausmusik der Lebenshilfe Hartberg garantierte für Authentizität, Unterhaltung der besonderen Art sowie „an guaden Schmäh“.

Martin Habacher kam mit der Glasknochenkrankheit zur Welt. Seine körperliche Zerbrechlichkeit macht ihn letztendlich zu einer stärkeren Persönlichkeit, als man auf den ersten Blick erwarten würde. Er sorgte auf vehemente und humorvolle Art und Weise dafür, dass Barrieren  – im Alltag und in unseren Köpfen – aufgebrochen werden.

Quelle: Club 81

1. Inklusives Frühschoppen in St. Pölten (Foto z.V.g.)
Martin Habacher
Martin Habacher beim 1. Inklusives Frühschoppen in St. Pölten (Foto z.V.g.)
Hausmusik der Lebenshilfe Hartberg
Hausmusik der Lebenshilfe Hartberg beim 1. Inklusives Frühschoppen in St. Pölten (Foto z.V.g.)

Keine Pflegegeld-Anrechnung als Einkommen bei Mindestsicherung in Niederösterreich

In der Sitzung der Landesregierung am 5. September 2017 wurde die vieldiskutierte Änderung bei der „Verordnung über die Berücksichtigung von Eigenmitteln“ beschlossen. Damit wird zukünftig das Pflegegeld für pflegende Angehörige im Rahmen der Bedarfsorientierten Mindestsicherung nicht mehr als Einkommen angerechnet. „Wir haben die Anrechnung der Eigenmittel in der Verordnung geändert, um die sozial Schwachen zu unterstützen“, so die zuständige Sozial-Landesrätin Mag. Barbara Schwarz.

„Im Sinne einer sozialen Gerechtigkeit und Fairness wird durch die Änderung der Verordnung eine Bestimmung geschaffen, die die Anrechnung des Pflegegeldes eines nahen Angehörigen in einer gemeinsamen Haushalts- oder Wohngemeinschaft bei der Hilfe suchenden Person im Rahmen der Bedarfsorientierten Mindestsicherung als Einkommen vermeidet“, erklärt Schwarz. Man rechnet damit, dass rund 100 Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher von der Neuregelung betroffen sein werden. Die Mehrkosten für das Land Niederösterreich werden sich auf rund 500.000 Euro pro Jahr belaufen.

Link zur neuen Verordnung: https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=LrNO&Gesetzesnummer=20000945

Quelle: Aussendung des Amtes der NÖ Landesregierung / Pressedienst vom 5.9.2017

Foto Mag. Barbara Schwarz
Sozial-Landesrätin Mag. Barbara Schwarz bei der öffentlichen Sitzung des NÖ Monitoringausschusses am 6. Dezember 2016.

Inklusive Bildung – NÖ MTA empfiehlt Erstellung eines Inklusions-Fahrplans für NÖ

 

Die UN Behinderten-Rechts-Konvention (UN BRK) verlangt, dass Menschen mit und ohne Behinderung gleichberechtigt Schulen besuchen können. Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung sollen gemeinsam unterrichtet werden.

Damit alle auch gut lernen können, ist Unterstützung notwendig – so müssen in einer inklusiven Schule zum Beispiel

  • gut ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer unterrichten,
  • die Gebäude barrierefrei sein,
  • für alle passende Schulbücher und andere Lernmittel vorhanden sein, …

 Fast die Hälfte aller Kinder, die Unterstützung beim Schulbesuch brauchen, besuchen in NÖ Sonderschulen. Das kann Nachteile bringen. Kinder mit und ohne Behinderung lernen zu wenig den Umgang miteinander. Das macht es Menschen mit Behinderung später noch schwerer, gleichberechtigt mit anderen an allen Lebensbereichen teilzunehmen. Etliche Kinder mit Behinderung könnten mit passender Unterstützung die Schule wie alle anderen Kinder abschließen; sie würden dann leichter einen Arbeitsplatz finden und sich selbst erhalten können.

Der NÖ Monitoringausschuss hat sich seit 2016 ausführlich mit dem Thema „Inklusive Bildung in NÖ“ beschäftigt. Am 6.Dezember 2016 fand dazu auch eine Öffentliche Sitzung des NÖ Monitoringausschusses statt. Dort sagten viele Selbstvertreterinnen und Selbstvertreter sowie Schulexperten und Schulexpertinnen „Ja“ zu einer inklusiven Schule. 

Der NÖ Monitoringausschuss kann Empfehlungen, die die Rechte von Menschen mit Behinderungen betreffen, gegenüber der NÖ Landesregierung abgeben. 

Am 6. April 2017 hat der NÖ Monitoringausschuss eine Empfehlung beschlossen: Der NÖ Monitoringausschuss fordert die NÖ Landesregierung auf, einen NÖ Inklusions-Fahrplan zu erstellen. 

  • Dieser NÖ Inklusions-Fahrplan soll für alle Schulen und Kindergärten, für die das Land NÖ zuständig ist, gelten. 
  • Dieser Plan soll sagen, bis wann Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam unterrichtet werden können. 
  • Dieser Plan soll auch alle wichtigen Maßnahmen enthalten, damit alle Kinder gut und erfolgreich gemeinsam lernen können. 
  • Menschen mit und ohne Behinderung sollen an diesem Plan mitarbeiten.

Die Empfehlung kann in schwerer Sprache und in einfach verständlicher Sprache heruntergeladen werden.

Barrierefreiheit: Alle Türen müssen nun leicht bedienbar sein

Türe
Foto: Tanja Lidke / pixelio.de

Der in Österreich geltende Stand der Technik, um die gebaute Umwelt barrierefrei zu gestalten, ist die ÖNORM B 1600. Sie enthält Planungsgrundsätze für bauliche Maßnahmen, Einrichtungen und Ausstattungen sowie Kennzeichnungen, die notwendig sind, um die unterschiedlichen physischen Möglichkeiten von Menschen berücksichtigen zu können.

Damit soll Menschen mit Behinderungen und auch vorübergehend beeinträchtigten Personen ermöglicht werden, Gebäude und Anlagen weitgehend ohne fremde Hilfe zu benutzen. Außerdem ist es damit einfacher, auch bei einer plötzlich eintretenden Behinderung und im Alter mit nur geringfügigen Adaptierungen in der gewohnten Umgebung zu bleiben.

Die Norm sagt aber ausdrücklich nicht, ob ein Gebäude barrierefrei ausgeführt werden muss – das ist Aufgabe des Gesetzgebers bzw. des Bauherrn -, sondern sie sagt, wie man diese Aufgabe am besten und im Sinne aller Betroffenen löst.

Die zuletzt gültige Ausgabe aus dem Jahr 2013 wurde nun in einem speziellen Kapitel überarbeitet: konkret bei den Bedienkräften von Türen. Die Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten für Wien, Niederösterreich und Burgenland hatte dazu einen entsprechenden Projektantrag bei Austrian Standards eingebracht. Der Vorschlag wurde einem öffentlichen Anhörungsverfahren unterzogen und der Abschnitt 5.1.5 „Türen“ geändert. Kernaussage: „Türen mit und ohne Türschließer müssen im Regelbetrieb leicht bedienbar sein.“ Wie dies erreicht werden kann, beschreibt nun die Neuausgabe, die seit 1. April 2017 vorliegt.

Weitere Informationen: https://www.austrian-standards.at/barrierefrei

Leicht verständliche Nachrichten

Foto eines Stapels mit Zeitungen
Zeitungsstapel (Foto: picturepoint.photo / pixelio.de)

Viele Menschen haben große Mühen beim Lesen. Um diesen Personen aktuelle Nachrichten leichter zugänglich zu machen, stellt die Nachrichtenagentur APA in Kooperation mit dem Sozialministerium einen leicht lesbaren Nachrichtenüberblick zur Verfügung. Im Rahmen des Projektes „Top Easy“ setzt die APA-Redaktion einen Nachrichtendienst in einer einfacheren, leicht verständlichen Sprache um. Fünfmal die Woche wird ein kompakter Überblick zu den Top-Meldungen des Tages produziert, der an österreichische Medien und interessierte Verbände zur weiteren Verwendung übermittelt wird.

Mitfinanziert wird das Projekt in den ersten sechs Monaten vom Sozialministerium. Das Projekt Top Easy hilft, dass Informationen barrierefrei zugänglich werden. Das Projekt setzt auch die Ziele des Nationalen Aktionsplans Behinderung und der UN-Behindertenrechtskonvention um.

Fachliche Unterstützung liefert das Grazer Unternehmen capito, das sich auf Übersetzungen von Texten in verschiedenen Schwierigkeitsgraden spezialisiert hat. „Mehr als 40 Prozent der Erwachsenen verstehen komplexe Informationen nicht und können diese nicht sinnerfassend lesen“, erklärt Gründerin und capito-Chefin Walburga Fröhlich und beruft sich dabei auf die Leo-Studie der Universität Hamburg. Ihr Unternehmen hat ein Stufenmodell entwickelt, das es Menschen ermöglicht, in ihrer jeweiligen Lese-Kompetenzstufe einzusteigen und sich Schritt für Schritt weiter zu entwickeln.

Inhaltlich bietet der Dienst die vier bis sechs wichtigsten Meldungen des Tages aus den Bereichen Politik, Wirtschaft, Chronik, Kultur und Sport. Der leicht verständliche Nachrichtenüberblick wird am späten Nachmittag verschickt und kann auch per E-Mail bezogen werden.

Literatur-Wettbewerb OHRENSCHMAUS für Menschen mit Lernschwierigkeiten

Foto der Ohrenschmaus Preisverleihung 2016
Preisverleihung 2016 (Foto: www.ohrenschmaus.net)

Ausschreibungsstart für den 11. Literaturpreis Ohrenschmaus: Menschen mit Lernbehinderungen sind auch dieses Jahr wieder eingeladen, ihre selbst verfassten Texte zum Literaturpreis Ohrenschmaus einzureichen. Die Einreichfrist startet bewusst am Welt-DownSyndrom-Tag (21. März) und endet am 15. September 2017.

Erklärtes Ziel des Literaturpreises ist es, mehr lernbehinderte Menschen zum Schreiben zu bewegen, ihnen den Zugang zur Literatur zu ermöglichen und Öffentlichkeit zu bieten. Zudem werden LeserInnen neue Einblicke in das Leben und Denken intellektuell behinderter Menschen ermöglicht.

„Die in den vergangenen zehn Jahren eingereichten Texte eröffnen uns einen anderen Blick auf das Leben und die Welt, regen zum Nachdenken an und lassen einen hin und wieder auch so richtig lachen. Literatur in höchster Form, wie wir sie durch den Literaturpreis weiter fördern möchten“, so Franz-Joseph Huainigg, Ohrenschmaus-Gründer und selbst Autor mehrerer Bücher.

Eine namhafte Jury rund um Felix Mitterer, der Franzobel, Eva Jancak, Heinz Janisch, Ludwig Laher und Barbara Rett angehören, sucht auch dieses Jahr wieder nach herausragenden Texten.

Die ausgezeichneten SchriftstellerInnen werden im Rahmen einer festlichen Preisverleihung am 4. Dezember 2017 im Wiener Museumsquartier geehrt. Es werden drei Hauptpreise mit je 1.000 Euro Siegerprämie vergeben. Jede Textsorte als auch jedes Thema, jeder Inhalt ist willkommen.

Die Einreichfrist endet am 15. September 2017. Weitere Informationen sowie die Ausschreibungskriterien sind online unter http://www.ohrenschmaus.net/mitmachen verfügbar. Eingereicht werden kann ab sofort per Upload auf der Website oder auf dem Postweg an:
Literaturpreis Ohrenschmaus, z.Hd. Evelyn Pammer, Palais Epstein, Dr. Karl-Renner-Ring 1, 1017 Wien.

Hinter dem Literaturpreis Ohrenschmaus steht ein Organisationsteam bestehend aus dem Initiator Franz-Joseph Huainigg mit Evelyn Pammer sowie Vertreter/innen von Caritas, Diakonie, Jugend am Werk, Lebenshilfe und Vienna People First.

 

 

Neues NÖ Antidiskriminierungsgesetz in Kraft getreten: Verbesserungen für Menschen mit Behinderungen

Ein Rollstuhl steht vor einer Stufe (Barriere)
Foto: www.dasdenkeichduesseldorf.wordpress.com / pixelio.de

Der NÖ Monitoringausschuss forderte 2014 in einer Empfehlung (Link zur Empfehlung) eine Überarbeitung des geltenden NÖ Antidiskriminierungsgesetzes aus dem Jahr 2005, weil Menschen mit Behinderungen lediglich in der Arbeitswelt vor Diskriminierungen geschützt sind. Im Herbst 2016 wurde ein Entwurf eines neuen Gesetzes vorgelegt, der vom NÖ Monitoringausschuss begrüßt wurde. Viele unserer Forderungen wurden umgesetzt. Im Rahmen der Begutachtung wurde auch noch auf Grund unseres Hinweises die Verjährungsfristen bei Belästigungen auf einen einheitlichen Zeitraum von einem Jahr festgelegt.

Das neue Antidiskriminierungsgesetz 2017 ist mit 14. März 2017 in Kraft getreten –  es gilt für alle Sachverhalte, die sich ab diesem Tag ereignen. Hier der Link zum Gesetzestext: LGBl. Nr. 24/2017, NÖ Antidiskriminierungsgesetz 2017 (NÖ ADG 2017) .Für frühere Sachverhalte gilt das „alte“ NÖ ADG. Das NÖ ADG 2017 gilt für alle Bereiche, in denen das Land die Kompetenz zur Gesetzgebung hat, vor allem auch für alle Organe des Landes und der Gemeinden.

Das neue Gesetz schützt nun Menschen mit Behinderungen in allen Lebensbereichen, wie etwa Zugang zu und Versorgung mit Gütern und Dienstleistungen, Sozialschutz, soziale Vergünstigungen und Bildung. Ebenso wurden auch die anderen Tatbestände (Geschlecht, Alter, Religion/Weltanschauung und sexuelle Orientierung) in allen Lebensbereichen dem Schutz aus Gründen der Ethnie gleichgestellt. Damit wurden die zentralen Forderungen nach Ausdehnung und Vereinheitlichung des Diskriminierungsschutzes erfüllt.

„Zugangshindernisse und –barrieren“ sind dem neuen Gesetz zufolge nach und nach zu beseitigen, um Menschen mit Behinderungen den Zugang zu Angeboten und Leistungen zu ermöglichen. Diese Verpflichtung besteht allerdings u.a. dann nicht, wenn es wegen des damit verbundenen Aufwandes zu einer unverhältnismäßigen Belastung des jeweiligen Rechtsträgers führen würde. Die erstmalige gesetzliche Normierung eines sukzessiven Abbaus von Barrieren wird vom NÖ Monitoringausschuss ausdrücklich begrüßt, auch wenn der geforderte Etappenplan oder ein subjektiver Rechtsanspruch noch nicht verwirklicht wurden.

BürgerInnen, die sich z.B. durch Landes- oder Gemeindestellen in landesrechtlichen Angelegenheiten diskriminiert fühlen, können sich an die NÖ Antidiskriminierungsstelle wenden. Dort wird beraten, unterstützt und über Antrag auch ein Schlichtungsversuch durchgeführt. Im Diskriminierungsfall gebührt Schadenersatz; nach einem erfolglosen Schlichtungsversuch kann der Schadenersatz im Streitfall bei Gericht eingeklagt werden.

Kontaktadresse NÖ Antidiskriminierungsstelle:

Tel: 02742/9005-16212
E-Mail: post.gbb@noel.gv.at
www.noe.gv.at/gleichbehandlung
3109 St. Pölten, Rennbahnstraße 29 (Tor zum Landhaus), Stg.B, 3.Stock, Zi. 313

 

Hilfsmittel im Kindergarten- und Schulalltag für Kinder mit Behinderungen

Foto einer Situation Augensteuerung
Foto: Tobii AB

Das NÖ Medienzentrum stellt für Kinder mit Sinnesbeeinträchtigung, kommunikativer und körperlicher Behinderung technische bzw. elektronische Hilfsmittel zur Verfügung, die eine Teilnahme am Schulunterricht ermöglichen oder erleichtern. Für die Anschaffungskosten gibt es dazu eine 100-prozentige Förderung über den NÖ Schul- und Kindergartenfonds. Im Jahr 2016 wurden so Geräte und Softwaretools im Wert von rund 92.000 Euro für Schulkinder mit Behinderungen angekauft. Kürzlich wurde die Förderung auch auf Ankäufe von technischen Hilfsmitteln für den Kindergartenbereich in Niederösterreich ausgedehnt.

Für Bildungs-Landesrätin Mag. Barbara Schwarz ist diese Unterstützung des Landes Niederösterreich für die Schul- und Kindergartenerhalter richtig und wichtig: „Es ist unser gemeinsames Ziel, im Zusammenspiel von Familien sowie Bildungs- und Betreuungseinrichtungen jedes Kind an seine größtmögliche Selbstständigkeit heranzuführen und ihm gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen. Jedes Kind hat das Recht auf eine seinen individuellen Möglichkeiten entsprechende Bildung. Daher stellen wir gemeinsam mit den Gemeinden unseren Kindern mit Beeinträchtigungen jene Mittel zur Verfügung, mit denen sie dem pädagogischen Angebot in Kindergärten und Schulen bestmöglich folgen können.“

Zu den benötigten Hilfsmitteln zählen etwa Tafellese- und Augensteuerungssysteme, Vergrößerungssoftware, Screenreader oder Kommunikationsprogramme für Kinder, die nur eingeschränkt oder gar nicht sprechen können. Das NÖ Medienzentrum kauft diese Geräte an und verleiht sie je nach Bedarf an Gemeinden als Schul- und Kindergartenerhalter.

Weitere Info: http://www.noemedia.at

Öffentliche Sitzung des NÖ Monitoringausschusses war ein großer Erfolg

ExpertInnen und SelbstvertreterInnen diskutierten über Inklusive Bildung in Niederösterreich

2. öffentliche Sitzung des NÖ Monitoringausschusses am 6. Dezember 2016
2. öffentliche Sitzung des NÖ Monitoringausschusses am 6. Dezember 2016

Bei der zweiten öffentlichen Sitzung des NÖ Monitoringausschusses am 6. Dezember in St. Pölten diskutierten rund 100 Expertinnen und Experten sowie  Selbstvertreterinnen und Selbstvertreter über Inklusive Bildung in Niederösterreich. Dr. Christine Rosenbach, die Vorsitzende des Monitoringausschusses, freute sich auch über die Teilnahme von Sozial- und Bildungs-Landesrätin Mag. Barbara Schwarz und Mag. Johann Heuras, Amtsführender Präsident des Landesschulrates für Niederösterreich.

Direktor Alfred Waldherr von der Europaschule (NMS) Wiener Neustadt und Direktorin Andrea Strohmayer von der Volksschule/Neuen Mittelschule Rappottenstein berichteten über Erfahrungen und Erfolge der inklusiven Schule aus ihren Bildungseinrichtungen. Über die theoretischen Voraussetzungen referierte Dr. Maria-Luise Braunsteiner von der Pädagogischen Hochschule Niederösterreich. Sie betonte, dass die inklusive Schule das Kind als Ausgangspunkt seines Lernens sehe. Jedes Kind lernt auf seinem individuell aktuellen und nächsten Entwicklungsniveau. Die Schule müsse sich den Kindern anpassen und nicht umgekehrt. Die inklusive Schule bietet verlässliche Strukturen für das gemeinsame Lernen aller Schülerinnen und Schüler.

Anschließend brachten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Erfahrungen zur inklusiven Bildung bei fünf „Themen-Tischen“ ein. Dabei wurden u. a. gelungene Projekte aus Niederösterreich vorgestellt sowie der Zusammenhang von Inklusion, Vielfalt und Leistung erläutert.

Anlass der öffentlichen Sitzung ist die UN-Behindertenrechts-Konvention, die besagt, dass Menschen mit Behinderungen ein Recht auf inklusive Bildung haben. Der NÖ Monitoringausschuss ist eine unabhängige und weisungsfreie Einrichtung. Er überwacht die Einhaltung der Menschenrechte von Menschen mit Behinderungen durch die öffentliche Verwaltung für den Bereich der NÖ Landeskompetenz. Der NÖ Monitoringausschuss hat inklusive Bildung wegen seiner Wichtigkeit gewählt und wird 2017 eine Empfehlung dazu formulieren.

Gruppenfoto Mitglieder und Ersatzmitglieder des NÖ Monitoringausschusses
Die Mitglieder und Ersatzmitglieder des NÖ Monitoringausschusses.

In Kürze werden die Unterlagen der Sitzung unter http://www.noe.gv.at/monitoringausschuss zum Download bereit gestellt.

Thementische unter reger Beteiligung von SelbstvertreterInnen und ExpertInnen.
Thementische unter reger Beteiligung von SelbstvertreterInnen und ExpertInnen.
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Thementische unter reger Beteiligung von SelbstvertreterInnen und ExpertInnen.
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Thementische unter reger Beteiligung von SelbstvertreterInnen und ExpertInnen.
Die Ergebnisse der Thementische werden allen Teilnehmerinnen präsentiert.
Die Ergebnisse der Thementische werden allen TeilnehmerInnen präsentiert.

Informationen zur Inklusiven Bildung in Niederösterreich

(Unterlage für die 2. öffentliche Sitzung des NÖ Monitoringausschusses am 6. Dezember 2016 in St. Pölten)

Die UN-Behindertenrechts-Konvention gilt seit 2008 für Österreich.

Artikel 24 besagt, dass Menschen mit Behinderungen ein Recht auf Bildung haben. Ziel des Bildungssystems soll daher sein, Menschen mit Behinderungen zur wirklichen Teilhabe an einer freien Gesellschaft zu befähigen. Auch ihre Persönlichkeit, ihre Begabungen und ihre Kreativität sowie ihre geistigen und körperlichen Fähigkeiten sollen voll zur Entfaltung gebracht werden.

Nationaler Aktionsplan Behinderung 2012-2020 zur Umsetzung der UN-Behindertenrechts-Konvention

Ein Ziel des Nationalen Aktionsplanes ist, die inklusiven Schul- und Unterrichtsangebote auszubauen.

Bund, Länder und Gemeinden sollen zunächst in Modellregionen inklusive Schul- und Unterrichtsangebote erproben und diese bis 2020 ausbauen. Eigene Sonderschulen soll es dann nicht mehr geben.

Am 2. und 3. September 2013 wurde Österreich auf die Einhaltung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen geprüft.

Das Komitee hat unter anderem empfohlen, dass größere Anstrengungen unternommen werden, um Schüler und Schülerinnen mit Behinderungen in allen Bereichen der inklusiven Bildung vom Kindergarten bis Ende der Schulpflicht zu unterstützen.

NÖ Landtagsbeschluss vom 15. Juni 2016

Der NÖ Landtag hat beschlossen, dass Sonderschulen in NÖ bestehen bleiben sollen. Eltern sollen zwischen Sonderschule und inklusiven Unterricht wählen können.

 Inklusive Bildung in NÖ in Zahlen

 Landes-Kindergärten 2015/2016

  • 1051 Kindergärten mit 2897 Gruppen, davon 28 Heilpädagogische Gruppen und 90 Versuche mit Heilpädagogischer Betreuung
  • 51.516 Kindergartenkinder gesamt, davon werden 15,7% von Sonder-Kindergarten-PädagogInnen betreut und 7,7% von interkulturellen MitarbeiterInnen

Allgemein bildende öffentliche Pflichtschulen 2016/2017 (Volksschule, Neue Mittelschule, Polytechnische Schule, Sonderschule)

  • 988 Schulen, davon 14 gemischte Schulen (Regelschule und Sonderschule) und 77 Sonderschulen
  • 3419 Klassen in Volksschulen, davon 600 Integrationsklassen
  • 2091 Klassen in Neue Mittelschulen, davon 681 Integrationsklassen
  • 158 Klassen in Polytechnischen Schulen, davon 85 Integrationsklassen
  • 111.135 SchülerInnen gesamt, davon 5,61% mit sonder-pädagogischem Förderbedarf (davon fast 48% in Sonderschulen

Landwirtschaftliche Berufsschulen 2015/2016

  • 2 Schulen
  • 284 SchülerInnen, davon im Rahmen der integrativen Berufsausbildung 12,7% mit Verlängerung der Lehrzeit und 4,9% mit Erwerb einer Teilqualifikation des jeweiligen Lehrberufs

Landesberufsschulen 2015/2016

  • 19 Schulen
  • 17.185 SchülerInnen, davon 562 integrativ unterrichtet